Bei der Süddeutschen Zeitung eskaliert intern die Plagiatsaffäre um Vize-Chefin Föderl-Schmid
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Sie wollen den Mächtigen beim Abschreiben auf die Finger gucken – aber wenn die Süddeutsche Zeitung selbst Teil einer lupenreinen Plagiatsaffäre ist, spricht die Führungsriege des Blattes von einem „miesen kleinen Verleumdungsstück“ und einem „Angriff“ von „rechts“.
So richtig besinnlich sind die Tage vor Weihnachten nicht in der Münchner Redaktion. Am Mittwoch wurde der Fall der stellvertretenden Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid in einer Vollkonferenz diskutiert, wie der Medieninsider in einem verdammt detaillierten Bericht nachskizziert.
Die Journalisten von Medieninsider selbst waren es, die mit einer Recherche aufdeckten, wie die SZ-Vizechefin Föderl-Schmid an elf Stellen teils wortwörtlich Texte aus fremden Federn übernommen hat. „Es ist für mich absolut verstörend, dass jemand, der sich Qualität im Journalismus auf die Fahnen heftet, nach der Methode Baerbock plagiiert“ sagte der renommierte Plagiatsjäger Stefan Weber im Gespräch mit NIUS. Er kündigte an, sich weitere Texte der Journalistin genauer anzuschauen. Föderl-Schmid hat 2013 das Buch „Journalisten müssen supersauber sein. Anspruch und Wirklichkeit in der Medienwelt“ veröffentlicht.
In der Redaktion herrscht dicke Luft
Das mit dem „supersauber sein“ wollte dann am Mittwoch niemand mehr so richtig in der SZ-Redaktion wahrhaben. Medieninsider berichtet, dass die Chefredakteure Wolfgang Krach und Judith Wittwer ihre Stellvertreterin vor versammelter Mannschaft verteidigten – und Krach in den Angriffsmodus ging. Der Chefredakteur polterte offenbar Worte wie „Verleumdung“ und kritisierte den Fakt, dass es überhaupt Berichterstattung über den Fall gegeben habe. Newsdesk-Chef Jens Schneider soll den Medieninsider-Text demnach als „mieses kleines Verleumdungsstück“ bezeichnet haben.

Die SZ-Mannschaft um Wolfgang Krach, Alexandra Föderl-Schmid, Judith Wittwer und Ulrich Schäfer bei der Nacht der Europäischen Wirtschaft.
Einzig Politikchef Stefan Kornelius ging laut dem Medieninsider-Text nicht einher mit der Linie der Redaktionsleitung. Er forderte einen differenzierten Blick auf den Vorfall: Textfragmente einfach so zu übernehmen, sei nicht seine Arbeitsweise und auch nicht die der Redaktion: „Wir sollten nicht so tun, als wären wir Opfer einer Verschwörung von da draußen.“
Eine Stimme der Kritik, sonst Ruhe im Laden – offenbar herrscht in der SZ-Redaktion auch eine Kultur der Angst gegenüber den Vorgesetzten: Ein Vertreter des Redaktionsausschusses trug vor, dass viele Kolleginnen und Kollegen wegen der allgemeinen Verunsicherung nicht offen vor versammelter Mannschaft sprechen möchten.
Föderl-Schmid ist ehemalige Nahost-Korrespondentin und hat in den vergangenen Wochen viel zu Israel und Gaza geschrieben. Zur FAZ sagte sie zu dem Vorwurf, in einem Erklärstück eine Passage wortwörtlich von der Internetseite des Jüdischen Museums in Berlin kopiert zu haben: „In dem Bemühen, auf sehr wenig Platz diesen jüdischen Feiertag zu erklären, habe ich möglicherweise aus einer Quelle zu viel wörtlich übernommen. Dies bedauere ich.“
In der besagten Redaktionskonferenz wiederholte Föderl-Schmid offenbar nur die Dinge, die sie bereits vorher in den offiziellen Anfragen von FAZ und Medieninsider zu Protokoll gegeben hatte. Ihre Verteidigung übernahmen andere …
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