Bergdoktor statt Bundestagswahl: Warum versenkt das ZDF das letzte Wahlkampf-Duell ins Spätprogramm?
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Nun noch drei Tage bis zur Bundestagswahl. Und auf den letzten Metern scheinen den Spitzenkandidaten Olaf Scholz, Robert Habeck und Friedrich Merz die Worte auszugehen. Deshalb entsenden SPD, Grüne und CDU nur noch Vertreter zur „Schlussrunde“ (tatsächlicher Name der Sendung). Das Duell startet ab 22 Uhr auf ARD und ZDF.
Zu Gast in der „Schlussrunde“ sind CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, SPD-Generalsekretär Matthias Miersch, Außenministerin Annalena Baerbock von den Grünen, FDP-Chef Christian Lindner, AfD-Chefin Alice Weidel, Linken-Chef Jan van Aken, der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Alexander Dobrindt, und BSW-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht.

Acht Parteivertreter kämpfen im Spätprogramm von ARD und ZDF um die Wählerstimmen
Sie alle debattieren über die Themen, „die bislang nicht prominent diskutiert wurden. Was bedeutet: US-Präsident Donald Trumps neue Weltunordnung für Deutschland und Europa. Welche Lösungen haben die Kandidaten für die Klimaerwärmung und was sind ihre Antworten beim Thema Gesundheit?“ ZDF und ARD versprechen „letzte Einsichten für Unentschlossene“. Diana Zimmermann, Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios, und Markus Preiß, Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, moderieren die Sendung.
Warum landet das letzte Wahlduell im Spätprogramm?
Die letzte Wahlkampf-Debatte wurde von ARD und ZDF ins Spätprogramm ab 22 Uhr verdonnert. Im ZDF wird ab 20:15 Uhr „Der Bergdoktor“ gespielt. Im ARD-Programm ist zur Primetime die Kriminalfilmreihe „Die Bestatterin“ geplant. Ist das kurz vor der Wahl nicht eine Fehlentscheidung?

Für seine Patientin Jana Weiss hat Bergdoktor Martin Gruber gute Nachrichten: Sie ist schwanger! Doch die Freude ist verhalten. Martin geht Janas Skepsis auf den Grund, als Komplikationen auftreten. Heute Abend ab 20:15 Uhr im ZDF.
Auf NIUS-Nachfrage schreibt die ARD: „Mit der Platzierung der ‚Schlussrunde‘ nach den Tagesthemen knüpfen wir ideal an die aktuellen politischen Themen an.“
Ein ZDF-Sprecher teilt gegenüber NIUS mit: „Beide Sender haben sich gemeinsam für die Sendezeit 22:00 bis 23:30 Uhr entschieden, weil in diesem Zeitraum am Donnerstagabend ein großes informations- und politiktalkinteressiertes Publikum verlässlich und kontinuierlich die Informationsprogramme beider Sender nutzt.“ Bedeutet: Die Leute wollen offenbar um 20:15 Uhr lieber einen Krimi sehen, denn das interessierte Publikum schaut wohl erst zum Start der Tagesthemen rein.
Ist die Schlacht gelaufen und deshalb kommen die Vertreter?
Die stellvertretende ZDF-Chefredakteurin, Anne Gellinek, mutmaßt in einem Beitrag, dass Kanzler Olaf Scholz (SPD), Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) und Herausforderer Friedrich Merz (CDU) „offenbar leergeredet“ seien. Denn alle Kandidaten schicken nur Stellvertreter zur „Schlussrunde“. Vielleicht gibt es für die drei Herren auch nichts mehr zu gewinnen. Habeck hatte bereits zugegeben, dass die Wahrscheinlichkeit einer Kanzlerschaft für ihn „jetzt nicht gigantisch groß“ sei.
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