Brisante Enthüllung durch US-Medium: Correctiv soll „Ton- und Videoaufnahmen“ mit Armbanduhr angefertigt haben
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Hat das Rechercheportal Correctiv Tonaufnahmen von der Konferenz in Potsdam angefertigt? Unter Beteiligten des Treffens und Medienbeobachtern war dies eine der wichtigsten Fragen rund um die ominöse „Geheimplan“-Recherche. Nun berichtet das US-Portal Semafor: „Der größte Knüller des Jahres, vielleicht des Jahrzehnts, war die Enthüllung der deutschen gemeinnützigen Organisation Correctiv, dass Funktionäre der rechtsgerichteten deutschen AfD an einem Treffen in Potsdam teilgenommen hätten, bei dem ein Plan zur Abschiebung von Millionen im Ausland geborener Deutscher diskutiert wurde“. Und weiter: Ein Correctiv-Reporter „streifte mit einer leeren Tasse durch die Flure und wedelte damit herum, als Vorwand, auf der Suche nach einer Tasse Kaffee zu sein. Währenddessen fertigte er Ton-, Video- und Fotoaufnahmen über seine Apple Watch auf.“
Nanu? Schreibt hier ein US-Medium, was viele schon sehr lange vermutet haben: nämlich dass Correctiv heimlich Aufzeichnungen der Veranstaltung angefertigt hat? Für den Text, der aus dem Newsletter von Semafor stammt und bis heute nicht berichtigt auf der Website steht, hatte die Autorin Gina Chua mit David Schraven, dem Geschäftsführer von Correctiv, gesprochen. Dieser muss dem Portal also zumindest indirekt gesagt haben, dass eine Apple Watch zum Einsatz kam – und diese heimlich auch Ton aufzeichnete.

Bericht des US-amerikanischen Portals Semafor.
Dies wäre vor dem Hintergrund brisant, dass das heimliche Mitschneiden des Tons in Deutschland ausnahmslos verboten ist. Auch die Verwendung und Veröffentlichung dieser Mitschnitte ist nicht gestattet. In der Regel behelfen sich Investigativjournalisten Gedächtnisprotokollen, bei denen verwackelte Bildaufnahmen, deren Anfertigung in Deutschland erlaubt ist, gezeigt werden – und mittels der Erinnerungen übermittelt wird, was bei der heimlichen Aufzeichnung gesagt wurde. Darauf wird im Falle des „Geheimplan gegen Deutschland“-Artikels und auch der TV-Beiträge rund um die Recherche verzichtet. Sollten die Ausführungen bei Semafor stimmen – und Schraven sich womöglich verplappert haben –, dürfte Correctiv sich also strafbar gemacht haben.
Offene Fragen rund um die Videoaufnahmen
Ebenfalls irritierend: Eine Apple Watch hat keine Kamera – und kann weder Fotos noch Videos aufzeichnen. Aktuell gibt es nur wenige Smartwatch-Modelle Bildaufzeichnungen anfertigen, etwa das Nokia HR Hybrid oder Fossil Gen 5 LTE. Es gibt allerdings Möglichkeiten, eine Apple Watch mit einem iPhone zu verbinden, sodass man über die Apple Watch die Aufzeichnungen mit der Handykamera auslöst. Dies würde aber bedeuten, dass der eingeschleuste Reporter ein iPhone sichtbar am Körper getragen haben muss, was von den Beteiligten des Treffens verneint wird.
Das Portal Übermedien berichtete über den Fall und konfrontierte die stellvertretende Correctiv-Chefin, Anette Dowideit, mit den Ausführungen von Semafor. Dowideit hatte ebenso wie das ganze Correctiv-Team immer bestritten, Audioaufnahmen angefertigt zu haben. Auf Nachfrage von Übermedien sagte sie nun: „Die Bilder, die mit der Apple Watch angefertigt wurden, sind einfach nur die kurzen Sequenzen aus der Lobby des Hotels, während die Gäste ankamen – die schon in einer Reihe von TV-Beiträgen zu sehen waren.“ Auf Nachfrage, wie das möglich sei, wo die Apple Watch doch gar nicht imstande ist, Fotos und Videos aufzunehmen, führte Dowideit aus: „Stimmt, wahrscheinlich war es ein anderes Fabrikat und David [Schraven] hat das ungenau ausgedrückt. Aber wie gesagt, das waren nur die verwackelten Bilder aus der Lobby.“ Schraven selbst verwies auf sein schlechtes Englisch und eine Verwechslung von Smart und Apple Watches.
Kam eine Wristcam zum Einsatz?
Ebenfalls möglich: der Einsatz einer sogenannten Wristcam. Diese wird ums Handgelenk getragen und mit der Apple Watch synchronisiert. Sie zeichnet dabei das Bild auf, während die Apple Watch den Ton aufnimmt. Diese Variante würde erklären, weshalb es Bildaufnahmen gibt – und Schraven womöglich trotzdem von Tonaufnahmen sprach. Aber: Auch der Einsatz einer Wristcam würde mit großer Wahrscheinlichkeit bedeuten, dass es Audioaufnahmen der Veranstaltung in Potsdam, zumindest bei Ankunft der Gäste, geben muss.

Sogenannte Wristcams werden immer wieder für investigative Berichte genutzt.
Schon im Kontraste-Beitrag vom 1. Februar hatte Correctiv-Reporter und „Aktionskünstler“ Jean Peters zugegeben, eine Armbanduhr genutzt zu haben. Angesichts der Detailfülle der Zitate im Correctiv-Text („hoher Anpassungsdruck“, „maßgeschneiderte Gesetze“, „ein Jahrzehnteprojekt“) und in den Ausführungen Peters’ („Refugee Rentner“) äußerten viele Beteiligte gegenüber NIUS die Vermutung, dass Correctiv einen Audiomitschnitt der Veranstaltung vom 25. November haben muss.
Für diese Version spricht auch, dass der Correctiv-Text Ausführungen aus den Vorträgen des Tages rekonstruiert, während der Reporter noch im Hotel war. Von den Abendgesprächen hingegen, als der eingeschleuste Reporter bereits abgereist war, existieren keine Überlieferungen. Die Correctiv-Berichterstattung im Text endet zeitlich mit der Abreise des eingeschleusten Gasts am Nachmittag.
Es ist nicht das erste Mal, dass sich das steuerfinanzierte Rechercheportal Correctiv in Widersprüche zu der eigenen Berichterstattung verstrickt. Im ARD-Presseclub hatte Dowideit behauptet, man habe nicht von „Wannseekonferenz“ oder „Deportationen“ gesprochen und werde auch nicht von der Regierung bezahlt. Bei allen drei Behauptungen handelt es sich nicht um die Wahrheit, wie NIUS berichtet hat.
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