Bundestagsabgeordneter Gerald Ullrich (FDP) fordert: „Der Sender sollte sich erklären, wie es zu der Auswahl der Teilnehmer kam“
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Ganz gewöhnliche Bürger zeigen, was sie denken und stimmen „mit den Füßen“ darüber ab: Das ist das einfache Konzept hinter „Die 100“. Doch die Sendung mutierte zu einer Anti-AfD-Show mit dem Thema „Ist die AfD eigentlich ein Problem?“ In der Sendung kamen vier Schauspieler und sechs Politiker zu Wort – ein zu hoher Anteil, um noch von Zufall sprechen zu können.
FDP-Bundesvorstand Gerald Ullrich ist Mitglied des Bundestags und fordert bei NIUS nach dem ARD-Skandal, dass der NDR sich für die Propganda-Show erklären solle. „Hat man es hier in polarisierten Zeiten zu sehr auf die zu leichte Schulter genommen, dass bei solch einem Thema alles doppelt auf den Prüfstein muss? Warum fragt man die Bewerber nicht voran nach einer Parteizugehörigkeit oder nach Nebentätigkeiten?“, schreibt der Parlamentarier.

Gerald Ullrich (FDP) im deutschen Bundestag
„Dass nun im Raum steht, dass einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Parteibuch hätten oder von Casting-Agenturen als Kleindarsteller buchbar sind, stellt nicht nur die Ergebnisse der 100 ausgewählten Bürger in der Sendung infrage, sondern gießt zu Recht den Kritikern der Öffentlich-Rechtlichen ordentlich Wasser auf die Mühlen.“
Auswahl der Teilnehmer muss transparent gemacht werden
„Auch wenn der NDR heute die Vorwürfe nach einem Casting zurückweist, der Sender sollte sich erklären, wie es zu der Auswahl der Teilnehmer kam“, fordert der Parlamentarier. „Die Verantwortlichen sollten im eigenen Interesse Transparenz schaffen, wie es zur Auswahl kam.“ Die bloße Zurückweisung der Vorwürfe reiche laut Ullrich nicht aus. „Wenn es Zweifel an der Zusammenstellung der Teilnehmer gibt, erreicht die Sendung genau das Gegenteil von der eigentlichen Absicht. Sie stärkt nämlich die AfD.“

Moderator Ingo Zamperoni trifft in den Gesprächen den richtigen Ton und sorgt dafür, dass die Atmosphäre stets fair und sachlich bleibt, befindet der deutsche Fernsehpreis.
Ullrich macht darauf aufmerksam, dass „Die 100 – Was Deutschland bewegt“ für den deutschen Fernsehpreis nominiert ist. In der Begründung steht unter anderem: „Darüber hinaus punktet das in Format durch gute journalistische Vorbereitung.“ Der FDP-Mann kommentiert: „Vielleicht war das bei dieser Folge aber eben nicht der Fall.“
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