Einen Tag nachdem Polizist im Dienst erschossen wurde: Hessenschau unterstellt Polizei bundesweit Racial Profiling
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Am vergangenen Donnerstag wurde ein 34-jähriger Polizist im Dienst erschossen. Nach einem Tankstellenraub im saarländischen Völklingen konnte die Polizei den Täter festnehmen. Dieser entriss im Gerangel einem Beamten die Dienstwaffe und schoss mindestens zweimal auf Simon B. Der Polizist erlag seinen Verletzungen. Simon B. ist bereits der zweite Polizist, der dieses Jahr während eines Einsatzes ums Leben kommt.
Doch statt darüber zu diskutieren, wie der Staat diejenigen schützen kann, die für unser aller Schutz sorgen sollen, widmete sich die Hessenschau einen Tag nach dem Mord an Simon B. lieber dem Thema „Racial Profiling“ bei der Polizei.
„Konkrete Zahlen gibt es nicht“, aber die Hessenschau agitiert munter gegen die Polizei
In dem mehrminütigen Beitrag begleitet ein Reporter zwei Beamte während ihrer Streife im Frankfurter Bahnhofsviertel. Die Intonierung lässt wenig Raum für ergebnisoffenen Journalismus. Der Sprecher kommentiert zu Anfang: „Sie picken jemanden heraus, mit nordafrikanischem Aussehen“. Und weiter: „Unser Eindruck: Sie verstellen sich nicht vor der Kamera. Sie gehen gezielt auf einen schwarzen Mann zu. Dem Vorwurf von Racial Profiling widersprechen sie vehement.“
Der im Beitrag herangezogene Experte Daniel Loick:
Die zwei Polizisten beteuern: „Das hat jetzt keinerlei Einfluss, wie sieht jemand aus, sondern das Verhalten ist entscheidend.“ Doch im Beitrag heißt es anschließend: „Konkrete Zahlen gibt es nicht, repräsentative Studien zeigen aber, dass Menschen mit Merkmalen ausländischer Herkunft mit 8,3 Prozent bundesweit doppelt so häufig kontrolliert werden“ wie Deutsche.
Die Methode gegen Racial Profiling: „weniger Polizei“
Der erste „Experte“, der im Bericht zu Wort kommt, ist der Autor Mohamed Amjahid. Er selbst würde häufig aufgrund seines Aussehens grundlos kontrolliert. Gerichten und Staatsanwaltschaften wirft er generell vor, „polizeifreundlich“ zu sein. Philosophie-Professor und Sozialwissenschaftler Daniel Loick behauptet gegenüber der Hessenschau: „Wir haben Einstellungs- und Vorurteilsstudien über die Polizei und können da durchaus feststellen, dass rassistische Einstellungen und auch negative Meinungen über Asylbewerber sehr viel häufiger bei der Polizei vertreten sind als in der Gesamtbevölkerung“. Bundesweit hätten „anlasslose Kontrollen“ stark zugenommen. All das zeige die „rechten Weltbilder“, denen die Staatsdiener verfallen seien.
Autor Amjahid:
Die Folgen für diejenigen, die von der Polizei kontrolliert werden, seien gravierend und „psychosozialer“ Natur so der Philosoph, „bis hin zu einer Traumatisierung“. Die beste Methode, dem entgegenzuwirken? „Weniger Polizei“. Denn diese würde ohnehin keine der sozialen Probleme in Brennpunkten wie dem Frankfurter Bahnhofsviertel lösen.
Entgegen der Traumatisierungs-Behauptung kommen im Beitrag mehrere Menschen mit klar erkennbarem Migrationshintergrund zu Wort. Ein Schwarzer sagt: „Die Polizei macht es, damit wir sicher sind“. Pedro, der selbst einmal gefilzt wurde, sagt: „Ich finde das ganz in Ordnung.“ Doch der Reporter insistiert: „Unser Duo hätte auch einen Banker kontrollieren können. Das ist nicht passiert, warum eigentlich?“ Die Polizisten beteuern, hätte dieser ein auffälliges Verhalten gezeigt, wäre auch er ins Visier der Beamten geraten. Dennoch resümiert der Bericht: „Fakt ist: Laut Experten gibt es Racial Profilng. Die meisten Polizeikontrollen könne man aber nicht als rassistisch motiviert einstufen“. Immerhin: Es gelte, „zu differenzieren“.
Die auf der Straße Interviewten sehen das Thema „Racial Profiling“ nicht als Problem:
Lesen Sie auch: 18-jähriger Deutsch-Türke erschoss Polizisten Simon B.
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