Festival finanziert vom Bundesumweltministerium: RBB-Journalistin kassiert als Moderatorin ab
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Das „Umweltfestival“ im Jahr 2024 wurde von einer Rundfunk-Mitarbeiterin moderiert, die dafür ein Honorar erhielt. Das Event wird von dem Bundesumweltministerium gefördert und ist jedes Jahr ein Pflichttermin für die Bundesregierung – darunter: für die Umweltministerin und den Landwirtschaftsminister.
Dieses Jahr fand wieder das sogenannte Umweltfestival am Brandenburger Tor in der Hauptstadt statt (28. April). Anwesend war die Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne). Denn: Dieser Termin ist jährliches Pflichtprogramm für Deutschlands Umwelt-Chefin. Das Festival ist ein Projekt von dem Verein GRÜNE LIGA Berlin. Es wird gefördert von Lemkes Haus und dessen unterstelltes Umweltbundesamt. Auch Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) war geladen.
Das Ministerium schreibt auf seiner Webseite: „Das Umweltfestival in Berlin am Brandenburger Tor ist eine jährliche Veranstaltung, die Umwelt- und Klimaschutz erlebbar macht und über 60.000 Besucherinnen und Besucher anlockt. Es bietet kostenlos Musik, Straßenkunst, Diskussionen, Mitmachaktionen und ökologisches Streetfood.“
Das Problem: Moderiert wurde die Veranstaltung dieses Jahr von einer Mitarbeiterin des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. OBWOHL das Umweltfestival teilweise von der Bundesregierung gesponsort wird.

Auf der Webseite des Bundesumweltministerium ist ein Foto mit RBB-Journalistin Julia Vismann (l.) und Umwelt-Chefin Steffi Lemke (Grüne) zu sehen.
RBB-Journalistin moderiert das von der Regierung finanzierte Umweltfestival
Konkret: geht es um die RBB-Mitarbeiterin Julia Vismann. Sie arbeitet als Journalistin und Moderatorin bei Radio Eins, ein Hörfunkprogramm des Rundfunks Berlin-Brandenburg.
Nach eigenen Angaben berichtet sie dort in ihrer Rubrik „Thursday for Future“ über den Klimawandel und stelle „Ideen für einen besseren und nachhaltigen Umgang mit der Natur vor“.
Darüber hinaus schreibt Vismann über sich auf LinkedIn, dass sie als „Autorin/Reporterin auch für inforadio rbb, Deutschlandfunk und weitere ARD-Sender“ arbeiten würde.

Die Stamm-Moderatorin des Umweltfestivals: die Rundfunk-Journalistin Julia Vismann
Auf NIUS-Anfrage bestätigte der Verein GRÜNE LIGA, dass das Festival vom Bundesumweltministerium (BMUV) und das Umweltbundesamt (UBA) gefördert werde.
Durch die Förderung würden „Elemente der Veranstaltung“ wie z.B. der Bühnenaufbau und das Presse- oder Loungezelt finanziert. Das „Gesamtprojektbudget“ setze sich „aus Geld- und Sachsponsoring“, Förderung des Umweltbundesamtes sowie der Stiftung Naturschutz Berlin zusammen, heißt es seitens des Vereins.

Die Rundfunk-Mitarbeiterin Julia Vismann (l.) während ihrer Moderation auf dem Umweltfestival 2024
Zu der Moderatorin erklärt der Veranstalter: „Frau Vismann hat für Ihre Moderation des Umweltfestivals 2024, als Einzelunternehmerin, ein Honorar erhalten.“ Sie wäre „nicht im Rahmen Ihrer Tätigkeit als freie Mitarbeiterin des RBB engagiert“ gewesen.
ABER: „Das Honorar der Moderation wird aus Sponsorenmitteln des Gesamtprojektbudgets geleistet“, heißt es gegenüber NIUS. Auf die Frage, wie hoch der Honorarbetrag ist, blieb die Antwort aus.
Und: Julia Vismann moderiert das Umweltfestival sogar schon zum SECHSTEN Mal!
Der RBB betont gegenüber NIUS, Julia Vismann habe diese Tätigkeit „nicht im Rahmen ihrer Tätigkeit als freie Mitarbeiterin des rbb und auch nicht im Namen des rbb ausgeübt.“

Das Umweltfestival wird gefördert von dem Bundesumweltministerium und dem dazugehörigen Bundesumweltamt.
Auf der Webseite des Umweltfestivals wird Viesmann angekündigt als „Moderatorin bei Radio 1.“ Auch auf der Site des Lemke-Hauses wird Viesmann ebenfalls unter Fotos als „Moderatorin, rbb radioeins“ betitelt.
Wie passt das mit der Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zusammen? Der RBB meint dazu gegenüber NIUS: „Da Frau Vismann hier als Einzelunternehmerin und nicht im Namen des rbb tätig war, wird die Unabhängigkeit des rbb in keiner Weise berührt.“
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