Jetzt verschweigen WDR & SWR sogar, wenn sie ihre eigenen Rundfunkräte interviewen!
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An diesem Wochenende fielen gleich zwei zufällige Interviews unangenehm auf. Der SWR interviewte bei einer Anti-Rechts-Demo Susanne Wingertszahn, die im SWR-Rundfunkrat sitzt. Der WDR befragte bei einer VdK-Veranstaltung Horst Vöge, der im WDR-Rundfunkrat ein Amt innehat und zudem SPD-Politiker ist.
In keinem der beiden Fälle wurde erwähnt, dass die beiden Anstalten ihre eigenen Funktionäre interviewen. Auch von der SPD-Parteimitgliedschaft des Interviewten Horst Vöge erfährt das Publikum nichts.
DGB-Vorsitzende hat vier Posten beim SWR
In dem Beitrag von SWR Aktuell wird Susanne Wingertszahn als Vorsitzende des DGB vorgestellt, der unter anderem die Anti-Rechts-Demonstration angemeldet hat. In dem Interview führt sie aus, warum das Parteiprogramm der AfD nicht mit den Zielen der Gewerkschaften vereinbar ist. Dabei dürfte Wingertszahn den Verantwortlichen des Beitrags durchaus bekannt sein. Sie ist bereits seit 2008 Mitglied im Rundfunkrat und bekleidet noch drei weitere Ämter im SWR. Sie gehört dem Programmausschuss Kultur an, ist Vorsitzende des Landesrundfunkrats Rheinland-Pfalz und sitzt im Landesprogrammausschuss Rheinland-Pfalz.
WDR-Rundfunkrat saß für die SPD im NRW-Landtag
Für die Lokalzeit Düsseldorf produziert der WDR einen Beitrag über eine Veranstaltung des VdK (Deutschlands größter Sozialverband). Dort kommt Horst Vöge in seiner Funktion als Landesvorsitzender zu Wort und fordert umfassendere Sozialleistungen durch mehr Umverteilung. Er gibt das SPD-Parteiprogramm zum Besten, was nicht verwundert, wenn man weiß, dass Vöge gestandener SPD-Politiker ist und bereits Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen war. Leider fehlt auch hier der Hinweis in der Einblendung, dass es sich um einen SPD-Politiker handelt. In diesem Fall wäre es überaus wichtig für den Zuschauer zu erfahren, dass hier ein SPD-Mann spricht, damit er das Gesagte richtig einordnen kann. Horst Vöge gehört bereits seit 2016 dem WDR-Rundfunkrat an und ist somit kein unbekanntes Gesicht beim Westdeutschen Rundfunk.
Fehlende Transparenz und Glaubwürdigkeit
In beiden Interviews erfährt der Zuschauer nicht, dass es sich um Rundfunkräte der Landesanstalten der ARD handelt. Rundfunkräte sind das oberste Aufsichtsgremium für die Programmkontrolle und sie überwachen den gesetzlichen Sendeauftrag des öffentlichen Rundfunks. Dabei beraten Rundfunkräte strategisch die Programmgestaltung und wählen die jeweiligen Intendanten. Zudem sind sie zuständig für die Genehmigung des Haushalts und des Jahresberichts.
Rundfunkräte sind wichtige Funktionäre mit weitreichendem Einfluss bei ARD und ZDF. Hinsichtlich der Transparenz und Glaubwürdigkeit sollten die Mitgliedschaften in entsprechenden Gremien stets angegeben werden. Für über acht Milliarden Euro Budget, mit dem der öffentliche Rundfunk dank der Gebühren ausgestattet wird, sollte entsprechende Sorgfalt hinsichtlich Namenseinblendungen an der Tagesordnung sein.
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