Null von acht kritischen Fragen im Tagesthemen-Interview: Zamperoni auf Kuschelkurs mit Linken-Spitzenkandidatin
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- Mit 8,8 Prozent ist „Die Linke“ sicher in den Bundestag eingezogen.
- Das Ergebnis gilt – insbesondere in Anbetracht der unmittelbaren Konkurrenz zum Bündnis Sahra Wagenknecht – als Überraschung.
- In den Tagesthemen konnte Moderator Ingo Zamperoni seine Euphorie samt Sympathie nicht verbergen und stellte der Spitzenkandidatin Heidi Reichinnek lieb gemeinte Kuschel-Fragen.
Die Hochrechnungen am Sonntagabend lösten bei der Wahlparty der Linken in Berlin ungetrübt gute Stimmung aus. Mit deutlich über fünf Prozent ist der Einzug ins Parlament sicher. Die Spitzenkandidatin der SED-Nachfolgepartei, Heidi Reichinnek, stellte sich in den Tagesthemen den Fragen von Ingo Zamperoni. Und der ließ sich offensichtlich von der guten Stimmung mitreißen.
Diese Fragen stellte der Tagesthemen-Moderator an die Linke
Ingo Zamperoni nutzte die Gelegenheit, um die Linke zu ihrem Erfolg auf TikTok zu befragen oder etwa zum „Comeback des Jahres“. Undenkbar, diese Fragen an Carsten Linnemann oder Tino Chrupalla zu stellen. Diese Fragen richtete Zamperoni an Reichinnek:
- „Mal ehrlich, hätten Sie noch Anfang des Jahres – also keine zwei Monate her – mit einem solchen Ergebnis gerechnet?“
- „Kann das wirklich nur an Ihrer Popularität auf TikTok oder den Social-Media-Kampagnen gelegen haben?“
- „Und welche Rolle hat bei dem Ganzen die ‚Mission Silberlocke‘ gespielt?“
- „Wie dankbar sind Sie Friedrich Merz, der mit seinen Anträgen zur Migrationspolitik, für die er auch die Stimmen der AfD in Kauf genommen hat, für so eine starke Gegenreaktion zugunsten der Linken gesorgt hat?“
- „Das werden Sie wahrscheinlich nicht umsetzen können, als Teil irgendeiner Bundesregierung?“
- „Wie dankbar sind Sie dann? Andererseits auch Sahra Wagenknecht, dass sie mit ihrem Abgang und dem vieler anderer, dann der Linken diesen Neuanfang [...] ermöglicht hat?“
- „Was fangen Sie denn mit diesem Erfolg an, mit diesem Comeback des Jahres?“
- „Wie erklären Sie sich, dass Sie so [...], so gut abgeschnitten haben, gerade bei jüngeren Wählerinnen und Wählern?“

Spürbare Begeisterung nach der Verkündung der ersten Wahlprognose am Sonntagabend bei Linken-Spitzenkandidatin Heidi Reichinnek
BSW-Abspaltung trägt bei dieser Wahl keine Früchte
Ganz Euphorie-befreit ist die Situation beim BSW, das sich vor gut einem Jahr von der Linken abgespalten hat: Sie scheiterten denkbar knapp an der Fünf-Prozent-Hürde. Laut geklatscht wurde bei der Wahlparty im früheren Berliner Kino Kosmos an der Karl-Marx-Allee trotzdem. Die junge Partei macht sich Mut. „Ich sag’s mal so: Einfach kann jeder“, sagte Generalsekretär Christian Leye kurz nach 18 Uhr. Die Co-Vorsitzende Amira Mohamed Ali trieb das Publikum an: „Wir schaffen das, wir kommen da rein.“
Gegen 18:30 Uhr kam Parteigründerin Sahra Wagenknecht auf die Bühne. Sie sprach ruhig. „Wir müssen jetzt wirklich noch ein paar Stunden mit Unsicherheit verbringen“, sagt Wagenknecht. „Aber ich sage ganz klar, selbst wenn es nicht reicht, dann ist das eine Niederlage, aber es ist nicht das Ende des BSW.“ Das Warten wurde im Verlauf der Nacht jedoch nicht belohnt.
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