Nach Enthüllungen von Frontal-Redakteur: Packen nun weitere Mitarbeiter von ARD und ZDF aus?
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Die gestrigen Enthüllungen des ZDF-Mitarbeiters Andreas Halbach vor dem Kulturausschuss im Landtag NRW waren eine Sensation. Zum ersten Mal sagte ein Angestellter der Öffentlich-Rechtlichen vor einem parlamentarischen Ausschuss aus. Er ist nicht der erste Mitarbeiter der Gebührenfinanzierten, der in letzter Zeit schwere Vorwürfe gegen seinen Arbeitgeber erhebt. Nun könnten weitere Mitarbeiter beziehungsweise Ex-Mitarbeiter folgen.
Die Vorwürfe, die ZDF-Frontal-Redakteur Andreas Halbach gegen ARD und ZDF erhebt, haben es in sich. In den Öffentlichen-Rechtlichen werde bestimmte Berichterstattung unterdrückt. Es gebe Einschüchterungsversuche gegen langjährige Mitarbeiter, fragliche Zusammenarbeiten und sogar Kündigungen, wenn intern kritisiert würde.

Der langjährige Redakteur des Magazins „Frontal“, Andreas Halbach, äußert schwere Vorwürfe gegen das ZDF.
Zwar hielten die Öffentlich-Rechtlichen ihre Mitarbeiter an, an ihrer „Reform“ mitzuwirken und beispielsweise Kritik an Führungskräften zu äußern. Die Realität sieht laut Halbach jedoch anders aus. Der Journalist berichtet von einem Fall eines Mitarbeiters des WDR, der nach intern geäußerter Kritik nach 23-jähriger Mitarbeit die fristlose Kündigung erhalten hatte. Ein Mitarbeiter des ZDF sei nach seiner Kritik strafversetzt worden.
Weitere Mitarbeiter könnten nun dem Beispiel Halbach folgen
Mehr könnte Halbach über die beiden Fälle jedoch nicht erzählen, da diese Personen sich vorbehalten würden, damit selbst an die Öffentlichkeit zu gehen. Auf Halbach könnten also weitere Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks folgen, die sich mit ihrer Kritik an den verkrusteten Strukturen der Sender an die Öffentlichkeit wagen.
Halbach selbst ist seit 2003 für das ZDF tätig. Seit 2006 ist er Redakteur für das investigative Format „Frontal“. Hier deckte er unter anderem den ostdeutschen „Müllskandal“ auf, im Zuge dessen Entsorgungsunternehmen Haus- und Gewerbemüll illegalerweise auf Deponien lagerten und mit Bauschutt vermischten. Den damaligen Bahnchef überführte Halbach 2010, von einem Bericht über unverhältnismäßige Kostensteigerungen für das Projekt „Stuttgart 21“ keine Kenntnis zu besitzen.
Vor dem Kulturausschuss im Landtag NRW thematisierte Halbach konkrete Fälle unterdrückter Berichterstattung. Zum Beispiel zur ehemaligen RBB-Intendantin und ARD-Vorsitzenden Patricia Schlesinger, die aufgrund von Vorwürfen der Vetternwirtschaft und Vorteilsnahme 2022 von ihren Positionen zurückgetreten war. Oder: Aus einem Bericht über Migration wurden O-Töne von deutschen Bürgern gestrichen, denen Wohnungen vorenthalten wurden, die an Migranten vergeben wurden. Auf konkrete Nachfrage weist das ZDF alle Vorwürfe gegenüber NIUS zurück.
Halbach ist nicht der erste Mitarbeiter, der Kritik übt
Halbach ist innerhalb kürzester Zeit der zweite prominente Mitarbeiter innerhalb des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der sich aus der Deckung wagt. Zuvor äußerte die vom NDR abgesetzte Journalistin Ruhs, die noch für den BR tätig ist, erhebliche Kritik an den Strukturen der Sender.
Ruhs erzählte, dass sie ursprünglich eine Doku über Trans-Gender machen wollte, welche auch die Gefahren und negativen Aspekte der Ideologie in den Blick nimmt, aber abgewiesen worden sei. Auch Ruhs kritisierte die Führungsebene der Sender, in ihrem Fall für ihre „Feigheit“. Nach einer internen Kampagne gegen ihr Format „Klar“ durch – wie die Welt berichtete – das „rote Lager“ innerhalb der Sender, trennte sich der NDR von Ruhs.
Im Kulturausschuss im Landtag NRW sagte Halbach auf Einladung der FDP aus. Zum Medienstaatsvertrag hat die dortige FDP-Fraktion einen Antrag mit dem Titel „Rundfunkbeitrag gegenwärtig stabil halten und perspektivisch deutlich absenken“ eingebracht. Die GEZ-Gebühren gänzlich abschaffen möchte laut ihrem Wahlprogramm die AfD. Und auch aus Unionskreisen häufte sich jüngst die Kritik an den Sendern aufgrund deren politischer Einseitigkeit.
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