Spontan-Demo nach Angriff auf Politiker: ARD verschweigt bei Interviews Parteizugehörigkeit
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Am Sonntag fand eine Spontandemo am Brandenburger Tor statt, um Solidarität mit den angegriffenen Politikern während des Wahlkampfes auszudrücken. Aufgerufen hat das „Bündnis gegen Rechts“, ein Netzwerk aus linken Organisationen und Vereinen wie Campact oder Fridays for Future. Etwa 1000 Demonstranten fanden sich medienwirksam in Berlin zusammen, unter ihnen zahlreiche Politiker der Ampel-Parteien und Funktionäre anderer linker Gruppierungen.
Für die ARD ist ein Reporterteam vom rbb vor Ort und interviewt die Teilnehmer. Mittlerweile sind verschiedene Berichte über die Demonstration in verschiedenen Längen und mit unterschiedlichen Gesprächspartnern online abrufbar.
Der rbb erwähnt nicht, dass eine Grüne interviewt wird
In dem Beitrag vom 5. Mai für rbb24 werden Teilnehmer der Demonstration nach ihren Beweggründen gefragt, warum sie an der Veranstaltung teilnehmen. Die Befragten wirken wie Bürger, die ihre Solidarität mit dem angegriffenen SPD-Politiker Matthias Ecke ausdrücken möchten, der beim Plakatieren durch gewalttätige Angreifer verletzt wurde. Tatsächlich handelt es sich bei der Interviewpartnerin um eine Grüne, was allerdings nicht im Beitrag erwähnt wird.
Befragt wurde Annika Randzio von der Grünen Jugend in Bremen, die das Amt der Genderbeauftragten innehat.

Annika Randzio ist Genderbeauftragte bei der Grünen Jugend in Bremen.
MDR interviewt Bündnis-Sprecher, der auch für die SPD kandidiert
Der MDR berichtet am 5. Mai über eine Demonstration in Dresden, die ebenfalls wegen des gewalttätigen Vorfalls gegen den SPD-Politiker Ecke stattfand. Aufgerufen zu der Kundgebung hat die Vereinigung „Wir sind die Brandmauer Dresden“, deren Sprecher im Beitrag des MDR zitiert wird. Der Sprecher ist Mitglied der SPD, ist im Präsidium des Landesausschusses aktiv und sitzt dem Unterbezirksvorstand der SPD Dresden bei. Auf seiner Website informiert er über seine Kandidatur für den Dresdner Stadtrat.

Der MDR zitiert Matthias Lüth – ohne zu erwähnen, dass er bei der SPD in Dresden aktiv ist. (Quelle: MDR, https://matthias-lueth.de)
Immer wieder fällt der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit Beiträgen auf, bei denen nicht klar gekennzeichnet wird, dass es sich bei den Interviewten nicht um Passanten, sondern um Mitglieder von Parteien handelt. Das wäre allerdings wichtig für den Zuschauer zu erfahren, um das Gesagte entsprechend einordnen zu können.
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