ZDF logo!: Ist diese Kindersendung ein Tötungsaufruf?
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ZDF logo! postet einen Clip in Social Media, in dem animierte Marschflugkörper mit Kulleraugen als vermeintlich niedliche Charaktere dargestellt werden. Mit Quietsche-Stimmen monieren diese Wesen, dass Olaf Scholz es abgelehnt habe, Taurus-Marschflugkörper in die Ukraine zu liefern. Der Bundeskanzler hat Sorgen, dass mit dieser Waffe Deutschland als Kriegspartei gegen Russland im Ukraine-Krieg wahrgenommen wird und der Konflikt weiter eskaliert.
ZDF logo! ist ein Nachrichtenprogramm, das sich nach eigenen Angaben an Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren richtet und mit rund 5 Millionen Euro jährlich aus dem Rundfunkbeitrag finanziert wird.
Marschflugkörper wollen Scholz den Marsch blasen
Gleich am Anfang des Clips macht der animierte Marschflugkörper diese unfassbare Äußerung: „Dem Olaf Scholz müssten wir Marschflugkörper mal ordentlich den Marsch blasen!“
Die Redewendung „den Marsch blasen“ ist Soldatensprache und bedeutet jemanden zu betrafen beziehungsweise ihn zurechtzustutzen.
Doch wenn ein sprechender Marschflugkörper mit diesen Worten dem Kanzler droht, kann das durchaus als Tötungsaufruf zu verstehen sein. Marschflugkörper sind Kriegswaffen, die konzipiert sind, um zu zerstören und zu töten.
Eine derart harte und militärische Sprache sowie das Thema Waffenlieferungen sind in Programmen für Kinder und Jugendliche vollkommen deplatziert. Dieser Clip inszeniert tödliche Kriegswaffen als lustige Figuren und transportiert den Krieg ins Kinderzimmer. Viele Eltern empören sich über diesen Post auf Instagram und kritisieren das ZDF in den Kommentaren. Das ZDF kontert die berechtigte Kritik der Eltern damit, dass der Clip Comedy sei.

Eltern kommentieren den Beitrag auf Instagram mit eindeutigen Worten.
Auf NIUS Anfrage verweist das ZDF ein weiteres Mal darauf, dass der Clip als „humoristisch“ und „satirisch“ zu verstehen sei. Die nach einem Cartoon anmutende Machart des Clips sei eigentlich für TikTok konzipiert und würde zudem auf weiteren Plattformen so ausgespielt werden. Die Redewendung „den Marsch blasen“ sei „alltagsüblich“ zu verstehen, angelehnt an „jemandem die Leviten zu lesen“. Inwiefern Marschflugkörper dazu taugen, „alltagsübliche“ Äußerungen in Social Media zu verbreiten, quittieren die zahlreichen Kommentare, beispielsweise auf Instagram.
TikTok ist bekannt dafür, sehr fragwürdigen Content reichweitenstark zu verbreiten, der alles andere als kindgerecht ist. Der öffentliche Rundfunk, der sich Qualität und Bildung auf die Fahne geschrieben hat, sollte sich keineswegs dieser dramaturgischen Mittel bedienen, insbesondere wenn sich die Inhalte an eine junge Zielgruppe richten. Indem tödliche Kriegswaffen als Cartoon-Charaktere dargestellt werden, soll Sympathie für diese Figuren generiert werden. Ein Stilmittel, welches in anderen Genres funktionieren mag, aber eben nicht für Kriegsgerät. Waffen, die Tod und Zerstörung bringen, sind schlichtweg nicht niedlich oder lustig.
Geschmacklose Wortspiele humorbefreiter Autoren
Beim öffentlichen Rundfunk laufen zahlreiche Propaganda-Formate unter dem Comedy-Label. Von Böhmermann über Bosetti bis Welke – die Auswahl phlegmatischer Moderatoren, die linksgrüne Worthülsen vom Teleprompter ablesen ist enorm.
Mit den Marschflugkörpern, die „den Marsch blasen wollen“ ist ein neuer Tiefpunkt abstruser Geschmacklosigkeiten erreicht. Erst kürzlich posaunte Late-Night-Clown Böhmermann „Nazis keulen“ in den Äther, was nichts anderes heißt, als den politischen Gegner wie Seuchen-geplagtes Vieh in großer Anzahl zu töten. Unvergessen auch Bosettis Blinddarm der Gesellschaft, der Ungeimpfte illustrierte, den es zu entfernen gilt.
Man fragt sich unweigerlich, was die Autoren und Moderatoren antreibt, derart geschmacklose Beiträge zu verfassen, die fernab von Comedy zu verorten sind und vom Publikum keineswegs als kurzweilige Unterhaltung wahrgenommen werden.
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