Afghanen, die für Aufnahme in Deutschland vorgesehen waren, sollen aus Pakistan abgeschoben werden
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Pakistanische Behörden haben nach Angaben eines örtlichen Polizeisprechers mehrere Afghanen festgenommen, die über eine Aufnahmezusage für Deutschland verfügen. Mindestens 20 Betroffene seien in Abschiebezentren in Islamabad gebracht worden.
Der Deutschen Presse-Agentur liegt die Schilderung eines Afghanen vor, der bereits in die Grenzstadt Peschawar gebracht wurde. Ein weiterer Bewohner eines Gästehauses berichtete, dass Familien aus Angst vor weiteren Festnahmen ihre Koffer gepackt hätten. Am Mittwoch habe es in mehreren Unterkünften Razzien gegeben, am Donnerstag seien erneut Familien verhaftet worden.
Nach Berichten der taz und der Welt sollen bereits Afghanen in ihre Heimat zurückgebracht worden sein. Auch die Organisation Kabul Luftbrücke sprach von Fällen, in denen Betroffene nach Afghanistan zurückkehren mussten. Nach Informationen der Welt versuchen deutsche Diplomaten, Beamte sowie Mitarbeiter der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, die pakistanischen Behörden davon abzuhalten, Afghanen mit Aufnahmezusage abzuschieben.
Programme gestoppt
Nach der Machtübernahme der Taliban im August 2021 hatte Deutschland mehrere Aufnahmeverfahren für Menschen aus Afghanistan eingerichtet. Anfang Mai stellte die neue Bundesregierung aus Union und SPD diese Programme ein.
Laut Auswärtigem Amt warteten am 20. Juni rund 2.400 Afghaninnen und Afghanen in Pakistan auf die Erteilung eines Visums. Unter ihnen sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums etwa 350 ehemalige „Ortskräfte“ deutscher Institutionen mit ihren Angehörigen. In den vergangenen Monaten waren bereits mehrfach Afghanen mit Aufnahmezusage von den pakistanischen Behörden zeitweise festgenommen worden.
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