Am frühen Mittwochmorgen wurde er den Taliban übergeben: Afghanischer Intensivtäter aus Bayern nach Kabul abgeschoben
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Deutschland hat mit der regelmäßigen Abschiebung afghanischer Schwerkrimineller nach Afghanistan begonnen. Am frühen Mittwochmorgen wurde erstmals ein afghanischer Intensivstraftäter aus Bayern per Flug nach Kabul gebracht und dort den afghanischen Behörden übergeben, berichtet Bild. Es handelt sich demnach um den Auftakt einer neuen Abschiebepraxis.
Grundlage sind neue Vereinbarungen des Bundesinnenministeriums mit den Taliban-Behörden. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte zuvor angekündigt, Abschiebungen nach Afghanistan wieder systematisch aufzunehmen und schrittweise auszuweiten. Straftäter und Gefährder hätten ihr Bleiberecht verwirkt, erklärte Dobrindt. Deutschland habe ein klares Interesse daran, dass diese Personen das Land verlassen.
Einzelabschiebungen per Linienflug
Nach der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 waren Abschiebungen nach Afghanistan zunächst ausgesetzt worden. Im Jahr 2024 nahm Deutschland Rückführungen wieder auf, zunächst jedoch nicht direkt in das Land. Seit Juli 2025 wurden bereits 81 Afghanen direkt nach Afghanistan abgeschoben. Künftig sollen entsprechende Flüge regelmäßig stattfinden.

Abschiebung vom Flughafen Halle-Leipzig (Archivfoto)
Hintergrund ist die hohe Zahl ausreisepflichtiger Afghanen in Deutschland. Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge leben derzeit rund 11.500 Afghanen im Land, die Deutschland verlassen müssten. Das bisherige Verfahren, bei dem kleinere Gruppen von Schwerkriminellen mit gecharterten Maschinen ausgeflogen wurden, gilt als zu langsam für eine umfassendere Rückführung.
Deshalb plant das Innenministerium eine Ausweitung der Abschiebungen, bei der neben Sammelflügen auch Einzelabschiebungen per Linienflug eingesetzt werden sollen, insbesondere bei Intensivtätern und schweren Gewaltverbrechern.
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