An der Universität Kiel hält ein Salafist einen Vortrag – und keinem fällt es auf
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Bei einer Veranstaltungswoche zum Thema Islam an der Uni Kiel sprach ein Mann, der sich später als fundamentalistischer Muslim entpuppte. Weder die Islamische Hochschulgruppe, die ihn einlud, noch die Christian-Albrechts-Universität wollen davon gewusst haben.
Anfang Mai veranstaltete die Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) eine Islamwoche. Einer der vier Redner sprach im Hans-Heinrich-Driftmann-Hörsaal der CAU zum Thema „Der Quran: Die ewige Herausforderung“. Sein Name: Sertac Odabas. Und der ist Chef der österreichischen Organisation „IMAN“, die von Verfassungsschutzbehörden dem Salafismus zugeordnet wird, einer fundamentalistischen, religiös-politischen Strömung des Islam.
Die Islamische Hochschulgruppe will den Odabas-Vortrag in Kiel im Nachhinein bedauern, „da wir nicht mit solchen Strömungen in Verbindung gebracht werden möchten“, schreiben die Mitglieder in einem Statement. Während des Vortrags, in dem es um die Struktur des Korans gegangen sei, seien keine Aussagen gefallen, die eine salafistische Ideologie offenbart hätten.

Mit der „Lies“-Kampagne warben Salafisten neue Anhänger an. Heute sind sie verstärkt im Internet aktiv.
Auffällig unauffällig
Gleichwohl hat die Islamische Hochschulgruppe Odabas eingeladen, angeblich, ohne im Vorfeld über die Einschätzung von „IMAN“ in Berichten des Verfassungsschutzes in Baden-Württemberg und Bayern zu stolpern. Laut Verfassungsschutz in Baden-Württemberg tritt die Organisation betont unauffällig auf, pflegt einen „modernisierten Missionierungsstil“, statt mit den berüchtigten Straßenaktionen potenzielle Anhänger anzusprechen.
In Schleswig-Holstein war „IMAN“ bislang nicht im Fokus des Verfassungsschutzes, der jedoch registriert hat, dass die Salafisten ihre Missionierungsbemühungen von der Straße ins Internet verlagert haben.
Die Kieler Universität will nun reagieren. Zwar stellt sie Hochschulgruppen für deren Veranstaltungen Räumlichkeiten der Uni zur Verfügung, so CAU-Pressesprecherin Eva Sittig, und für diese Veranstaltung lagen ihr die Themen vor, die in der Islamwoche behandelt werden sollten. Jedoch: „Eine Information darüber, welche Redner berücksichtigt werden sollten, hatten wir nicht.“ Die Veranstaltungen der Islamischen Hochschulgruppe Kiel sollte sie sich künftig rechtzeitig näher ansehen.
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