Überreste von 200 Toten: Archäologen legen historischen Friedhof in Lübeck frei
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Einen rund 8000 Quadratmeter großen Armen-Friedhof haben Archäologen in Lübeck ausgegraben. Von Mitte des 17. bis Mitte des 19. Jahrhunderts seien hier Tausende Bewohner und auch Beschäftigte des sogenannten Armen- und Werkhauses St. Annen bestattet worden, sagte die Leiterin der Archäologie der Hansestadt Lübeck, Ingrid Sudhoff.
Nach Angaben der Archäologin Katharina Ostrowski seien bislang die Überreste von rund 200 Toten gefunden worden, darunter etwa 20 Kinder.

Die Archäologen legten Teile von mehr als 200 Skeletten frei.
Wie viele Tote auf dem Friedhof insgesamt bestattet wurden, lässt sich nur schätzen. In den rund 200 Jahren des Bestehens des Friedhofs dürften es aber einige Tausend gewesen sein, schätzte Sudhoff. Der Friedhof bestand von 1639 bis in die 1860er Jahre, dann wurde er aufgegeben.

Der historische Fund wurde am Rande von Kanalarbeiten der Lübecker Entsorgungsbetriebe gemacht.
Möglich wurde die archäologische Grabung, weil die Lübecker Entsorgungsbetriebe im Februar 2023 begannen, den Regenwasserkanal in der Straße zu erneuern. Da bereits der Verdacht bestand, dass man hier auf historische Funde stoßen könnte, begleitet ein Team von Archäologen die Arbeiten. Wann diese abgeschlossen sein werden, steht nach Angaben Sudhoffs noch nicht fest.
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