ARD-Moderatorin Janna Betten kassiert Honorar von der Bundesregierung
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- Janna Betten arbeitet als Moderatorin für die ARD.
- Parallel dazu moderierte sie das Kanzler-Gespräch in Bremen und kassierte dafür Honorar.
- Ihr Sender, Radio Bremen, sieht bei dieser möglichen finanziellen Abhängigkeit von der Regierung keinen Interessenskonflikt.
Am vergangenen Montag zeigte sich Olaf Scholz in Bremen volksnah. Etwa 150 Bremer durften dem Bundeskanzler ihre eigenen Fragen stellen. Die Gäste wurden zuvor ausgelost. „Wir müssen miteinander stark sein“, erklärte der Kanzler im Verlauf des Gesprächs, welches von Janna Betten moderiert wurde.
Brisant: Betten ist nach eigenen Angaben Journalistin und darüber hinaus für die ARD als Reporterin tätig. Trotzdem ließ sich die Journalistin für den Abend von der Bundesregierung bezahlen.
Kann jemand, der für Regierungs-Veranstaltungen Honorare kassiert, gleichzeitig unabhängiger Journalist sein? Ist die journalistische Neutralität noch gewahrt?

Das Kanzlergespräch mit Olaf Scholz fand in der „alten Werft“ in Bremen statt.
Radio Bremen hat Bettens Auftritt zugestimmt
NIUS fragte bei Radio Bremen nach, wo Janna Betten unter anderem Teile der Sendung „Buten un Binnen“ moderiert. Der gebührenfinanzierte Regionalsender sieht in der Bezahlung durch die Bundesregierung keinen Interessenskonflikt. „Die Moderatorin hat auf der Arbeitsebene die Redaktionsleiterin der Sportredaktion darüber informiert, dass sie die Moderation eines Bürgerdialogs übernimmt, bei dem Bürgerinnen und Bürger Fragen an Olaf Scholz stellen“, erklärt eine Sprecherin des Senders.
Die Redaktionsleiterin sah, da Janna Betten aktuell für Sportthemen zuständig sei, keinen Interessenskonflikt.
Dem Sender sind darüber hinaus nach eigenen Angaben die Hände gebunden: „Radio Bremen hat klare Regeln für die Annahme von Moderationsaufträgen für feste und freie Mitarbeitende. Diese besagen, dass die journalistische Unabhängigkeit immer gewahrt sein muss“, heißt es von der Sprecherin. Sogenannten freien Mitarbeitern wie Janna Betten könne man keine Vorgaben bei der Wahl der Aufträge machen.

„Ich kann Leute, die sich für was Besseres halten, nicht ab“, sagte Scholz beim Bürgergespräch.
Bundesregierung bestätigt Honorar
Das Bundeskanzleramt bestätigt gegenüber NIUS, dass Betten für den Auftritt Geld kassiert hat: Ein Sprecher teilt mit: „Für die Veranstaltung wurde Janna Betten für entgeltliche Moderationsleistungen beauftragt.“ Über die Höhe des Honorars wollte die Bundesregierung keine Auskunft geben. Ein Sprecher teilt NIUS mit: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir mit Blick auf das durch Art. 12 und 14 GG geschützte Betriebs- und Geschäftsgeheimnis keine weiteren Angaben zum Honorar machen können.“

Etwa 150 Menschen konnten sich beim Weser-Kurier und bei Radio Energy für einen Platz beim Bürgergespräch bewerben.
Radio Bremen berichtete auf mehreren Kanälen über das Kanzler-Gespräch am Montag. Einen Hinweis, dass eine Arbeitskollegin involviert war, platzierten die Reporter nicht.
Olaf Scholz arbeitet offensichtlich gerne mit ARD-Moderatorinnen
Der Bundeskanzler scheint eine Vorliebe für Moderatorinnen von ARD & ZDF entwickelt zu haben. Mit Honoraren konnte er schon einige Frauen der öffentlich-rechtlichen Sender für seine Bürgergespräche gewinnen. NIUS berichtete unter anderem von ARD-Frau Anja Köbel, die das Format in Dresden moderierte. Sie ist sonst für den MDR tätig.

Bundeskanzler Olaf Scholz beauftragte mit Steuergeldern eine Mitarbeiterin des Saarländischen Rundfunks.
NIUS fragte beim Bundeskanzleramt nach:
- Warum entscheidet sich das Bundeskanzleramt für die Kanzler-Gespräche für eine Moderatorin und nie für einen Moderator?
- Warum entscheidet sich das Bundeskanzleramt bei der Wahl der Moderatoren für Personen, die auch für ARD & ZDF tätig sind?
Die Antwort einer Regierungssprecherin: „Zum internen Prozess der Entscheidungsfindung äußern wir uns grundsätzlich nicht.“
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