Bauernführer Lee wütend auf Ampel-Regierung: „Es sterben jeden Tag Betriebe, ideologisch verbrannte Politik nenne ich das!“
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Seit Beginn des Jahres protestieren deutsche Bauern gegen Bürokratie, Subventionskürzungen und Gängelung durch die Politik. Europaweit gingen Landwirte auf die Straße, um deutlich zu machen: Wenn Ihr unsere Arbeit behindert, gibt es bald kein Essen mehr. Doch diese Botschaft scheint noch immer nicht durchgesickert in die guten Stuben der Landwirtschaftsminister. Die Konsequenz: Immer mehr Bauern geben auf, Deutschland macht sich in puncto Nahrungsmittelversorgung immer mehr vom Ausland abhängig.
Bauer Anthony Robert Lee, der in Deutschland die Proteste mit angeführt hat und nun als EU-Kandidat für die Freien Wähler antritt, ist wütend auf die Ampel-Regierung. „Es sterben jeden Tag dutzende Betriebe weg“, sagt er im Nachrichten-Talk „Stimmt!“ Und das nicht, weil die Bauern ihr Handwerk nicht beherrschten, sondern weil ihnen die Hände gebunden würden. „Unser Problem ist, dass man uns mit Auflagen zubombardiert“. So würde beispielsweise penibel geschaut, dass der Nitrat-Gehalt im Wasser niedrig ist. Gleichzeitig befinde sich ein vielfach höherer Wert in einem durchschnittlichen Kopfsalat. „Da müsste dann jeder Veganer tot umfallen“, so Lee im NIUS-Talk. Er ist überzeugt: „Das ist eine Zahl, um uns zu gängeln.“
Bauernproteste in Berlin
Selbstversorgungsgrad sinkt stetig
Deutsche Bauern würden mit Auflagen in den Wahnsinn getrieben. Das ginge von der Dokumentierung der Düngung, bevor diese überhaupt stattgefunden hat, bis hin zur Streichung von Subventionen. Bei all den Regularien solle man sich nicht wundern, wenn das Produkt auf der Strecke bleibt. „Wenn sie eine Pflanze nur zu 80 Prozent ihres Bedarfs düngen dürfen, da kann nichts draus werden!“ Lee sieht eine Parallele zum Medikamenten-Markt „Früher waren wir die Apotheke der Welt“. Nun seinen wir von Chinas Antibiotika abhängig. In der Lebensmittelproduktion habe der Selbstversorgungsgrad stetig abgenommen. „In den 1990er Jahren lag dieser bei 99 Prozent“. Aktuell sei er auf 86 Prozent gesunken, so der Landwirt. Im vergangenen Jahr sei die Selbstversorgung mit Obst am 28. Februar vorbei gewesen. Danach musste Deutschland seinen Bedarf importieren. „Wir sourcen alles aus!“
Und das „Unehrliche“ dabei, findet Lee: Der Import von Früchten, die mit Pestiziden behandelt würden, die bei uns seit 20/ 30 Jahren verboten sind. „Wo ist der Aufschrei?“. Hierzulande würde ein „Bullerbü“ erschaffen, Landwirte dafür bezahlt „irgendwelche Wildkräuter anzubauen“, statt die Versorgung sicher zu stellen. „Das passiert nur in einer Gesellschaft, die satt ist. Ideologisch verbrannte Politik nenne ich das“. Die Anschuldigung, Bauern seien Klimasünder, könne er auch nicht mehr hören. „Landwirtschaft ist auch Klimaschutz“. Es brauche die Kühe, um den Boden freizuhalten, der CO2 speichert. „Wir sind diejenigen, in der Land- und Forstwirtschaft, die CO2 speichern.“ Und das umsonst.
Was sich Lee wünscht? „Wir wollen keinen Vorteil haben, aber die Produkte aus dem Ausland sollen mit den gleichen Umwelt- und Sozialstandards behandelt werden“. Er plädiert für eine Entbürokratisierung: „Uns müssen die Handfesseln geöffnet werden!“. Für ihn ist klar „ohne Mampf kein Kampf“.
Die ganze Folge „Stimmt!“ gibt es hier:
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