Bittere Bilanz nach 10 Wochen Messerinzidenz.de: In fast jeder Ecke Deutschlands regiert bereits die Klinge
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In Deutschland vergeht seit einiger Zeit kaum ein Tag ohne Messer-Verbrechen. Wer das nicht glauben will, kann sich auf der Webseite messerinzidenz.de rein faktenbasiert davon überzeugen. NIUS berichtete bereits über das Projekt, das seit Wochen viral geht – und die bittere Realität in Deutschland jetzt noch exakter darstellt.
Das Datenprojekt von Andreas Ziegler kommt mit zwei Darstellungsoptionen aus. Einer Deutschlandkarte, auf der die Messer-Vorfälle im ganzen Land angezeigt werden, an einzelnen Tagen oder in einem bestimmten Zeitraum. Zweite Variante ist die Tabellenform, wo ganz nüchtern Datum, Vorfall und Quelle aufgelistet werden.
Messersymbole – dicht an dicht in jedem Bundesland
Fakt ist: Besucher der Seite bekommen bereits jetzt erschreckend viele Messersymbole auf der Deutschlandkarte zu sehen. Dicht an dicht und übereinandergestapelt, in jedem einzelnen Bundesland. Seit Start der Seite Anfang Juli bis heute, also Mitte September, wurden bereits fast 700 Delikte erfasst.
Ziegler arbeitet mit offiziellen Pressemitteilungen der Polizei, die er von künstlicher Intelligenz auswerten lässt. Es werden also keine Fälle dazu erfunden. Wer will, kann sich mit einem Klick ausschließlich Fälle mit Verwundeten anzeigen lassen. Im genannten Zeitraum waren das rund 370.

Software-Entwickler Andreas Ziegler
Erfasst werden zunächst alle Polizeimeldungen, in denen das Wort Messer vorkommt. Also auch irrelevante Vorfälle wie reine Messerfunde bei Kontrollen, was die Aussagekraft in den ersten Wochen von messerinzidenz.de ein wenig schmälerte.
In einem Interview mit WELT erklärte Ziegler (kommt aus Frankfurt/Main) jetzt, wie sein Datenprojekt genau funktioniert und wie sich die Genauigkeit bereits verbessert hat – auch mithilfe der vielen Fans, die die Seite bereits hat. „Ich gehe auf alle möglichen Polizei-Presseportale, nehme die Meldungen und gebe sie dann der KI zum Lesen“, so Ziegler. „Dann werden die Datenpunkte, die ich gern hätte – wann ist die Tat passiert, wer war beteiligt, was ist genau passiert – algorithmisch extrahiert und in der Datenbank gespeichert.“
Ziegler weiter: „Um die Verlässlichkeit zu verbessern, prüfe ich zurzeit noch von Hand, was die KI da so ausspuckt. Auch die Community – die ja sehr schnell größer geworden ist – hilft mit, unnötige Meldungen auszublenden.“

Die Liste der Messer-Vorfälle, nüchtern aufgezählt – und bereits nach 10 Wochen sehr, sehr lang.
Datenbank für Bürger, Wissenschaftler und Politiker
Es werde ständig daran gefeilt, die Daten noch detaillierter präsentieren zu können, so Ziegler. Seine Hoffnung: „Zukünftig kann man mit weiteren Auswertungen vielleicht auch statistisch signifikante Aussagen treffen, über den genauen Kontext, in dem die einzelnen Taten stattgefunden haben.“
Gegenüber NIUS hatte Ziegler Anfang September erklärt, was sein Ansinnen hinter dem Projekt ist: „Durch die Visualisierung der Daten auf einer interaktiven Karte können Bürger, Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger ein besseres Verständnis für das Auftreten dieser Verbrechen in verschiedenen Regionen gewinnen.“ Mit seinem Datenprojekt wolle er die von immer mehr Menschen gefühlte Bedrohung im öffentlichen Raum in Fakten übersetzen.
Mehr NIUS: Datenprojekt Messerinzidenz geht auf Social Media viral!
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