Der deutsche Sommer ist so kalt, dass das RKI nicht einmal Hitzetote zählt
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Ein Meteorologe fürchte den „Höllensommer des Jahrtausends“, lautete eine Meldung, die in den vergangenen Tagen für Aufsehen sorgte. Sowieso sei der Mai der heißeste jemals gewesen. Auch der deutschlandfunk widmete dem Thema noch am Dienstag einen 50-minütigen Podcast-Beitrag mit dem Titel „Hitze und Infektionskrankheiten: Folgen des Klimawandels für die Gesundheit“.
Nur hat der „Sommer“ in Deutschland bisher sehr wenig mit den dramatischen Hitzewarnungen zu tun, die regelmäßig zu hören sind.
Der deutsche Sommer 2024 ist sogar so kalt, dass das dafür zuständige Robert-Koch-Institut (RKI) noch nicht einmal damit begonnen hat, die „hitzebedingten Mortalität“ zu erfassen – also die Zahl der Hitzetoten abzuschätzen.
„Das diesjährige Monitoring startet, wenn die Wochenmitteltemperatur in Deutschland den Schwellenwert von 20 Grad Celsius übersteigt“, teilte eine RKI-Sprecherin auf NIUS-Nachfrage mit – das ist in diesem Jahr aber noch nicht der Fall gewesen, weshalb es auch noch keinen Wochenbericht zu dem Thema gibt.

Das RKI ist in Deutschland für das Monitoring hitzebedingter Todesfälle verantwortlich.
Im vergangenen Jahr war bereits die zweite Juni-Woche Gegenstand des Monitorings. „In Kalenderwoche 23/2023 betrug die bundesweite Wochenmitteltemperatur 19,3 Grad Celsius und lag damit unterhalb der Schwelle, ab der ein signifikanter hitzebedingter Anstieg der Sterblichkeit zu erwarten ist“, hieß es im damaligen Bericht – 30 hitzebedingte Todesfälle schätzte das RKI damals für die Woche, alle 85 Jahre oder älter. Am Ende der Sommer-Periode hatte das RKI insgesamt 3200 hitzebedingte Todesfälle geschätzt, wovon knapp 85 Prozent 75 Jahre oder älter gewesen sein sollen.
Wobei die Behörde darauf hinwies, wonach nur selten Menschen direkt durch Hitze sterben: In den meisten Fällen sei es „die Kombination aus Hitzeexposition und bereits bestehenden Vorerkrankungen“, die zum Tod führe.
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