Die Folgen könnten dramatisch sein: Das bedeutet der Prigoschin-Putsch für Putins Ukraine-Krieg
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Russland versinkt im Chaos. Die Nation mit Weltmachtanspruch und aktuell großen Ambitionen in der Ukraine ist erst einmal mit sich selbst beschäftigt. Der Angriff der Wagner-Truppe von Jewgeni Prigoschin auf das russische Militär hat nicht nur Auswirkungen auf das unmittelbare Machtgefüge in Russland – er könnte auch den Verlauf des Ukraine-Kriegs maßgeblich verändern.
Spätestens mit der Annexion der Krim im Jahr 2014 war die Wagner-Gruppe untrennbar mit dem Erfolg Russlands in der Ukraine verbunden. Wagner war an der Annexion beteiligt und nimmt nun russisches Gebiet ein – Prigoschins Truppen konnten in kürzester Zeit zwei russische Oblasten einnehmen.
Doch was passiert jetzt? Fakt ist: Wagner besitzt die Fähigkeit, über das Schicksal der russischen Streitkräfte im Osten der Ukraine zu entscheiden. 5 mögliche Folgen:
- Putins Chancen sinken: Als die Ukraine vor einigen Wochen zur großen Gegenoffensive ausrückte, waren es Prigoschins Kämpfer, die den Vorstoß ausbremsten und der ukrainischen Armee empfindliche Verluste bereitete. Sollte nun die Söldnertruppe bei den innerrussischen Kämpfen aufgerieben werden, fehlt es Putin immer mehr an Schlagkraft, um die eroberten Gebiete in der Ukraine zu halten.
Dass die Ukraine die gegenwärtige Situation in Russland für die eigene Gegenoffensive ausnutzen wird, zeigte sich bereits am Morgen des 24. Juni. Insbesondere im Süden des Landes rückten ukrainische Truppen vor. Unterbricht Prigoschin die Versorgung der Truppen, hätte das zudem schwerwiegende Folgen für Moral und Logistik der russischen Truppen, um die es ohnehin nicht gut bestellt ist. - Putins Autorität schwindet: Der Kreml-Kenner und Universitätsprofessor für Politikwissenschaft in Innsbruck, Gerhard Mangott sieht Putin wanken. „Prigoschin wollte sich gegen die zivile und militärische Führung des Landes wenden. Aber er hat nun ganz klar Putins Autorität untergraben, weil er das Kriegsmotiv Putins für den Überfall auf die Ukraine als unwahr bezeichnet hat. Er hat Putin jetzt in Bedrängnis gebracht und die Lage eskaliert“, sagte der Experte zu Merkur.de.
Wie groß Putins Sorge sein dürfte, zeigt seine Rede zur Lage der Nation: Sie kommt einer Kriegserklärung gegen Wagner gleich. Der Präsident weiß, was auf dem Spiel steht. - Das gilt auch für Putins internationales Ansehen, wie etwa ein Statement von Außenministerin Annalena Baerbock zeigt: „Die Entwicklungen in Russland beobachten wir seit gestern Abend sehr aufmerksam“, schrieb die Grünen-Politikerin auf Twitter.
Ein Regierungssprecher sagte, auch Bundeskanzler Olaf Scholz lasse sich über die Entwicklungen in Russland „laufend informieren“. „Die Lage bleibt ja recht dynamisch. Insofern beobachten wir das sehr genau und koordinieren uns auch mit unseren engsten Verbündeten“, so der Sprecher. Am Samstagnachmittag tauschte sich Scholz mit US-Präsident Joe Biden, dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Rishi Sunak zur aktuellen Lage in Russland aus. Das einhellige Statement: Man werde die Ukraine weiterhin so lange wie nötig unterstützen.
Die Warnungen vor Instabilität Russlands zeigen: Da bewegt sich etwas. -
Politische Veränderungen: Unwahrscheinlich, aber wenn es in Russland zu einem Regimewechsel oder politischen Umbrüchen kommt, könnte dies eine Veränderung der Haltung gegenüber der Ukraine mit sich bringen. Neue Führungspersonen könnten eine andere Politik verfolgen und möglicherweise eine diplomatischere Lösung des Konflikts anstreben. Auf der anderen Seite könnten politische Instabilität oder Machtkämpfe in Russland zu einer verstärkten Aggression gegenüber der Ukraine führen.
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Sicherheitslage: Instabilität oder Unsicherheit in Russland könnten dazu führen, dass Russland vermehrt auf außenpolitische Ablenkungen setzt, wie zum Beispiel die Eskalation des Konflikts in der Ukraine. Kritiker Putins werfen ihm vor, nicht entschlossen genug Krieg zu führen. Bei einer Machtübernahme könnte es zu einer verstärkten russischen Aggression kommen, die den Ukraine-Krieg weiter anheizen könnte.
Klar ist: Während in Russland nun Kämpfe zwischen Wagner-Gruppe und kremltreuen Militärs toben, muss Putin schnellstmöglich Herr über den Aufstand werden, um nicht auch die Kontrolle in der Ukraine zu verlieren.
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