Diese 6 Bilder müssen Sie kennen, um den Tag des Söldner-Aufstands zu verstehen
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Jahrelang hat Wladimir Putin seinem Freund und Vertrauten Jewgeni Prigoschin gestattet, im Schatten des Kreml-Reichs eine Privat-Armee aufzubauen. Jahrelang hat Putin davon profitiert, dass Prigoschin und seine Wagner-Söldner seine Drecksarbeit erledigte. Egal ob in Syrien, Libyen oder jetzt in der Ukraine: Putin konnte sich auf die Prigoschin-Miliz verlassen.
Das ist jetzt vorbei. Prigoschin schickte seine Streitkräfte Richtung Kreml. Ein Marsch auf Moskau. Ausgang der Machtprobe: Völlig offen. Überraschende Wendung am Abend: Prigoschin erklärte den Aufstand vorerst für beendet. NIUS zeigt die fünf Bilder, die Sie kennen müssen, um diesen Tag des Söldner-Aufstandes zu verstehen.
Rostow am Don: Prigoschin greift sich die erste Stadt
Direkt am Asowschen Meer, knapp 50 Kilometer entfernt von der Grenze zur Ukraine, liegt Rostow am Don. Hier kam es zur ersten offenen Konfrontation. In der Nacht auf Samstag bezichtigte Prigoschin den russischen Verteidigungsminister, Wagner-Truppen mit Helikoptern und Raketen angegriffen zu haben. Er kündigte an, das Land befreien zu wollen. Und besetzte in der südrussischen Millionenstadt das Hauptquartier für den Militärbezirk Süd. Dort befindet sich die Kommandozentrale des Kremls für den Krieg gegen die Ukraine. Wir sehen das Gebäude hier:

Bemerkenswert: Putin bestätigte später, dass die Arbeit der „zivilen und militärischen Führung blockiert“ sei. Die Lage sei schwierig. Prigoschin sieht das naturgemäß anders: Die Region inkl. Flughafen unter seine Kontrolle zu bringen, dürfte ein erster Test gewesen sein, wie erfolgreich seine Revolte sein kann.
Moskau, LKW-Blockaden
Bilder aus der russischen Hauptstadt zeigen über den gesamten Tag, wie der Verkehr normal fließt. Passanten durch die Straßen gehen. Und dennoch: Es herrscht erhöhte Terrorgefahr. In Moskau und Umgebung wurde der Anti-Terror-Notstand verhängt. In der Nacht waren in der Hauptstadt Militärfahrzeuge im Stadtzentrum unterwegs. Militärfahrzeuge rückten aus den Kasernen Richtung Hauptstadt, Autobahnen wurden gesperrt, es gab verstärkte Kontrollen. Bilder zeigen, wie Trucks, mit Tonnen von Sand gefüllt, sich südlich von Moskau zu einer Autobahn-Blockade zusammenfinden.

Die Kreml-Botschaft an Prigoschin: Bevor ihr zum Roten Platz kommt, machen wir dicht. Umgesetzt wird der „Plan Festung“ vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB, der jetzt sämtliche Befugnisse in der Stadt hat.
Putins Ansprache an das russische Volk
Seit 23 Jahren ist Putin an der Macht. So eine Ansprache gab es selten. Am Samstagmorgen wandte er sich an das russische Volk, sprach von „Verrat“ und einem „Stoß in den Rücken“. Putin nannte keine Namen. Es wusste aber auch so jeder, wer gemeint war. Ein bewaffneter Aufstand sei „eine tödliche Gefahr für unsere Staatlichkeit, für uns als Nation“. Der Kreml-Führer versprach, „unsere Staatlichkeit vor jeder Gefahr verteidigen“. Er kündigte an, die Aufständischen hart zu bestrafen – der erste Schritt zur Umsetzung folgte am Abend.

Putin segnete ein Gesetz zur Bestrafung von Verstößen gegen das Kriegsrecht ab. Demnach können solche Vergehen – sofern sie nicht strafrechtlich relevant sind – mit bis zu 30 Tagen Arrest und einem Bußgeld belegt werden, wie aus dem am Samstag veröffentlichten Gesetz hervorgeht. Offiziell wurde in Russland das Kriegsrecht aber noch nicht verhängt. Stattdessen haben die Behörden in verschiedenen Regionen einen Anti-Terror-Notstand erklärt.
Wagner-Truppen auf dem Weg nach Moskau
Wir sehen die Schnellstraße M4, Fahrtrichtung Moskau. Die Truppenfahrzeuge werden der Gruppe Wagner zugerechnet.

Mittlerweile soll es einen bis zu 20 Kilometer Konvoi geben, der sich aus dem Südes des Landes in Richtung Hauptstadt vorarbeitet.
Luftangriffe auf Woronesch
Diese Bilder zeigen die Dimension des Eskalation am besten: Brennende Öl-Depots in der Region Woronesch. Sie sollen der Wagner-Truppe gehören und wurden, so sagen Berichte, von der russischen Luftwaffe attackiert.

Der Schauplatz Woronesch ist knapp 600 Kilometer südlich von Moskau. „Im Rahmen einer Anti-Terror-Operation führen die Streitkräfte der Russischen Föderation auf dem Gebiet der Region Woronesch notwendige operativ-kämpferische Maßnahmen durch“, schrieb Gouverneur Alexander Gussew am Samstagmittag auf Telegram. Woronesch liegt auf halber Strecke zwischen Moskau und Rostow …
Kurz vor Moskau: Prigoschin ruft seine Söldner zurück!
In einer Audiobotschaft erklärt der Wagner-Chef, er wolle Blutvergießen vermeiden. Medien berichten, Prigoschin habe sich nach Angaben des belarussischen Präsidialbüros bereit erklärt, den Vormarsch seiner Kämpfer in Russland zu stoppen.

Prigoschin sei zu einer Deeskalation der Situation bereit, wurde auf seinem offiziellen Telegram-Kanal erklärt. Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko habe mit Putins Einverständnis mit Prigoschin gesprochen. Es liege eine Vereinbarung über die Sicherheit der Wagner-Kämpfer auf dem Tisch.
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