Das vollkommen durchgeknallte neue „Sicherheitskonzept“ der Stadt Dorsten für Großveranstaltungen: „Besucher in Mitverantwortung für eigene Sicherheit nehmen“
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Im nordrhein-westfälischen Dorsten wird dem Bürger zukünftig per Schildfarbe erklärt, ob und wie gefährlich Veranstaltungen sein können. Wie die Stadt selbst auf der Webseite des Rathauses mitteilte, wird ab sofort jede Veranstaltung in bunte „Gefahrenzonen“ eingeteilt. Wer durch die Straßen der Stadt schlendert, soll künftig selbst entscheiden, ob er sich im grünen, gelben oder orangen Risiko-Level aufhalten will. Grund dieser Kategorisierung: die jüngsten Anschläge auf Weihnachtsmärkte und Demonstrationen in Deutschland.

Das Bild zeigt (v.l.) Christoph Fortmann, Leiter des Ordnungs- und Rechtsamtes, die Erste Beigeordnete Nina Laubenthal, Bürgermeister Tobias Stockhoff und Sven Bartmann, Abteilungsleiter Allgemeine Ordnung
Was wie ein Aprilscherz klingt, ist bitterer Ernst: Die Stadt Dorsten hat zum 1. April ein neues Sicherheitskonzept vorgestellt. Künftig wird es für jede Veranstaltung ein Schild mit einer bestimmten Farbe geben, das Aufschluss darüber geben soll, wie gefährlich es ist, sich dort aufzuhalten. Diese werden wie folgt unterschieden:
- Grünes Schild: Das Schild mit der grünen Umrandung signalisiert die höchste Sicherheitsstufe. In diesem Bereich der Veranstaltung soll es „ständigen Sicherheitsdienst“ geben und Zugangskontrollen zum Veranstaltungsgelände.
- Gelbes Schild: Das Schild mit der gelben Umrandung signalisiert einen Bereich mit mittlerer Sicherheitsstufe, der Schutzmaßnahmen aufweisen soll wie etwa Überfahrsperren.
- Rotes Schild: Das rote Schild signalisiert die niedrigste Sicherheitsstufe. „Besucher müssen sich der allgemeinen Risiken bewusst sein“, heißt es.

Die Schilder, die den Besucher eines Volksfestes in Zukunft warnen sollen, dass er eventuell Gefahren zu erwarten hat.
Alles so schön bunt: die Terrorlage in Ampelfarben
Bei der Veranstaltung „Dorsten is(s)t mobil“, die vom 4. bis zum 6. April stattfinden soll, kommt das Konzept zum ersten Mal zum Einsatz. Besucher sollen „eigenverantwortlich“ entscheiden, welches Risiko sie sich zumuten wollen. In der Praxis heißt das: Wer im „grünen“ Bereich feiern will, darf sich über Zugangskontrollen und Wachpersonal freuen. Wer es lieber „orange“ mag, steht quasi ungeschützt in der Menge – auf eigene Gefahr!
Die Stadt nennt das „ein pragmatisches Konzept“. Der absurde Sicherheitszirkus, der eher an ein Videospiel erinnert als an reale Lebenssituationen, zeigt, wie überfordert der Staat mit der Sicherheit der Bürger ist. Festzelte mit Ordnungsdienst, Überfahrsperren, Zugangskontrollen – und alles abgestuft nach dem Motto „Terrorlage-Ampel“.

So informiert die Stadt ihre Bürger und die Öffentlichkeit über ihr neues Konzept.
Der Bürger soll das Gefahrenmaß nun selbst wählen dürfen
In der offiziellen Pressemitteilung der Stadt Dorsten heißt es: „Besucher_innen können dann mit ihrem Aufenthaltsort zugleich das individuelle Maß an Sicherheit selbst bestimmen“. Weiter heißt es: „Der Staat hat natürlich die Aufgabe, Gäste von öffentlichen Veranstaltungen bestmöglich zu schützen. Die Attentate mit Fahrzeugen haben uns aber gezeigt, wie verwundbar große Menschenmassen sind und wie herausfordernd es ist, sie möglichst wirksam – etwa auf einem langen Umzugsweg – zu schützen.“
Ob Menschen durch Schilder tatsächlich geschützt werden, bleibt fragwürdig. Mit Ursachenerkennung und -bekämpfung hat das jedenfalls herzlich wenig zu tun.
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