Bürgermeister von Gelnhausen bezeichnete Freibad-Warnungen als „miesen Populismus in Wahlkampfzeiten“
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Der Gelnhausener Schwimmbad-Skandal weitet sich aus: Nach den sexuellen Übergriffen auf neun Mädchen in einem Freibad hatte der Bürgermeister des Ortes, Christian Litzinger (CDU), mit einer Aussage im Interview mit der Welt für Unmut und Unverständnis gesorgt. Statt das Problem klar und deutlich zu benennen, nannte er „hohe Temperaturen“ als Ursache für die sexuelle Belästigung von Kindern und Minderjährigen durch eine syrische Bande. Nun hat er sich in einem Video verteidigt, ohne auf die Kritik einzugehen.
Am Sonntag, dem 22. Juni, haben vier Männer mit syrischem Migrationshintergrund im Gelnhäuser Freibad neun Mädchen im Alter von 11 bis 17 Jahren im Strudelbecken am ganzen Körper angegrapscht und auch nach Widerspruch der Betroffenen nicht damit aufgehört. Die Mädchen hatten die Männer wiederholt aufgefordert, das Anfassen zu unterlassen – die Aufforderung wurde laut Polizei jedoch ignoriert.
Im Gespräch mit der Welt sagte Litzinger anschließend wörtlich: „Bei hohen Temperaturen liegen die Gemüter manchmal blank.“ Im Folgenden sehen Sie das vollständige Statement:
Mit dem Skandalsatz lenkte er von der Tatsache ab, dass vor allem testosterongesteuerte Jugendliche und junge Männer aus arabisch-muslimischen Ländern Deutschlands Schwimmbäder unsicher machen, die Mädchen und Frauen keinerlei Respekt entgegenbringen.
Deshalb hagelte es Kritik.
Doch statt darauf einzugehen, veröffentlichte Litzinger am Montagabend ein Videostatement, in dem er sich selbst als Opfer hinstellt und schwere Vorwürfe erhebt. Er beklagt einen „regelrechten Shitstorm“ und sieht sich selbst als mit böser Absicht missverstanden: „Wichtig sind die Opfer und nicht ich und eine aus dem Kontext gerissene Aussage.“ Seine Aussage wurde jedoch nicht aus dem Kontext gerissen, sondern von Welt, NIUS und anderen Medien genau so zitiert, wie er sie gemacht hat.
Schwimmbadpersonal sei „sensibilisiert“ worden
Litzinger betont, ihm liege nichts ferner, als die sexuellen Übergriffe zu verharmlosen: „Als Bürgermeister bin ich verantwortlich, zu verhindern, dass so etwas wieder passiert. Ich leiste meinen Beitrag zur Aufklärung und werde alles tun, den Betroffenen zu helfen.“
Die Stadt habe laut Litzinger Maßnahmen ergriffen, um Polizei, Staatsanwaltschaft und Ausländerbehörde zu unterstützen. Auch die Stadtpolizei und das Schwimmbadpersonal seien sensibilisiert worden. Den Betroffenen wolle man strafrechtliche Beratung und psychologische Betreuung anbieten.
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