Knatsch im Kampf gegen die Clans: Reul lässt Faeser auflaufen
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Deutschland blickt mit Sorge nach Nordrhein-Westfalen, wo in den vergangenen Tagen ein Clan-Krieg eskaliert ist!
Doch während NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) mit Razzien und Aussteiger-Programm seit 2018 einen Knallhart-Kurs gegen Clankriminalität fährt, wacht der Rest des Landes erst nach und nach auf. Und Deutschlands oberste Sicherheitsbeauftragte wittert wohl Wahlkampf-Luft …
Der Anti-Clan-Kampf zum Politiker-Knatsch: NRW-Reul ließ Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) in einer Spitzenrunde auflaufen, warf ihr vor, zum „Handlanger für Wahlkampf-Konzepte in Hessen“ gemacht zu werden. Hintergrund: Faeser tritt als SPD-Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl in Hessen an.
DAS IST PASSIERT: Für ein Bund-Länder-Treffen am Mittwoch zum Thema Clankriminalität in Berlin, das auf Arbeitsebene – also ohne Minister – angesetzt war, hatte Faeser wenige Stunden vor Beginn angekündigt, dort persönlich eine „Allianz gegen Clans“ schmieden zu wollen. Die Unionsminister waren düpiert. NRW sagte die Teilnahme auf Intervention von Reul ganz ab.
Reul: „Klugschwätzer in der Politik“
Im WDR sagte er später: „Ich habe keine Lust auf Show.“ Dafür stehe er nicht zur Verfügung. „Das ist nicht meine Aufgabe. In der Sache habe ich von der Frau noch nicht einen einzigen Vorschlag, geschweige denn eine Realisierung gesehen.“ Er verwies auf den Null-Toleranz-Kurs in NRW und sagte dann: „Ich lese immer nur in der Zeitung: Man müsste, man sollte, man könnte. Diese Klugschwätzer in der Politik richten das größte Unheil an, weil die Menschen das einfach nicht mehr hören können. Die wollen sehen, dass man es verändert, aber man darf auch nicht zu viel versprechen, was man dann nicht halten kann.
Die unionsgeführten Bundesländer sprachen am Freitag noch einmal über den Ablauf und bewerteten die Aktion der Innenministerin als „unerhörten Vorgang“. Faeser habe versucht, das Arbeitstreffen hochrangiger Polizisten „politisch zu instrumentalisieren“. Tatsächlich, so hieß es aus Teilnehmerkreisen, sei die Innenministerin nur kurz da gewesen und habe die Experten dann wieder alleine gelassen. Die Vertreter aus den unionsgeführten Ländern seien enttäuscht gewesen, dass es „keine Vision und auch keine konkreten Angebote vom Bund“ gegeben habe, hieß es am Freitag.
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