„Space Race“: Erlebt der Wettlauf ins All ein Comeback?
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- Russland startet erste Mondmission seit 50 Jahren.
- Spekulationen über einen neuen „Wettlauf ins All“ häufen sich.
- Es herrscht zunehmende globale Konkurrenz in der Weltraumforschung.
Mit dem Start der russischen Mondmission zum Südpol des Mondes könnte das „Space Race“ möglicherweise eine Wiederbelebung erfahren. Am Freitagmorgen startete vom Kosmodrom in Wostotschny die erste Mondmission Russlands seit 50 Jahren. Die Raumsonde Luna-25 soll in wenigen Tagen nahe des Mond-Südpols landen, den Boden analysieren und langfristige Forschungsarbeiten aufnehmen. Die Raumsonde wird die innere Struktur des Mondes und seine natürlichen Ressourcen, einschließlich Wasser, erforschen und die Auswirkungen der kosmischen und elektromagnetischen Strahlung auf die Mondoberfläche untersuchen.
„Luna 25“ ist die erste automatische interplanetare Station, die Russland seit 1976 zum Mond geschickt hat. Damit knüpft Russland an sein sowjetisches „Luna“-Programm an, mit dem Raumsonden auch Mondgestein zur Erde gebracht hatten. Russland plant unter anderem, eine Raumstation auf dem Mond zu errichten.

Astronaut Alan B. Shepard nach Absturz seiner Raumkapsel im Jahr 1961
In der Vergangenheit definierte sich das „Space Race“ in erster Linie durch den Wettstreit der beiden nuklearen Supermächte USA und Sowjetunion (UdSSR). Der Wettlauf ins All diente als Möglichkeit der Demonstration von technischer Überlegenheit und Forschung, einschließlich indirekter Präsentation von Waffentechnologien wie Interkontinentalraketen. Es war im Grunde genommen ein Wettkampf zwischen den politischen Systemen. Heute sind neben den USA und Russland, das seit 1976 erstmals wieder aktiv ist, vor allem China und andere Länder wie Indien, Japan und Israel im Bereich des Satellitentransports im Weltraum tätig. Auch Brasilien strebt eine Mitgliedschaft im „Weltraumclub“ an.
Machtdemonstration von Russland
Mit dem Raketenstart möchte der russische Präsident der Welt demonstrieren, dass Russland trotz des Krieges und der Sanktionen handlungsfähig bleibt und über fortschrittliche Technologie verfügt. Der Raketenstart, der einen Programmnamen aus der Sowjetzeit trägt, hat für Putin auch eine starke innenpolitische Bedeutung. Er erinnert an eine Zeit, in der Russland eine von zwei gleichberechtigten Weltmächten war und die Kontrolle über die Ukraine hatte.

Russische Raumsonde "Luna-25" am 11.08.2023
Das Ziel der Mission ist nicht zufällig gewählt: Sowohl die USA als auch China haben den Südpol des Mondes als Ziel für ihre Missionen festgelegt, da dort Zugang zu Ressourcen vermutet wird. Mit einer permanenten Forschungssonde am Südpol des Mondes zeigt Putin sowohl national als auch international seinen Anspruch, als Großmacht in der geopolitischen Landschaft auf gleicher Ebene wahrgenommen zu werden.
Die NASA sieht Russland jedoch nicht als Teilnehmer des modernen Weltraumrennens. Laut Bill Nelson, dem Leiter der NASA, findet der Hauptwettbewerb jetzt ausschließlich zwischen den USA und China statt. Er äußerte auch die Hoffnung, dass China nicht vor den USA den Südpol des Mondes erreichen wird.
Gibt es bald wieder einen Menschen auf dem Mond?
Die USA planen seit langem ein neues Mondforschungsprogramm namens „Artemis“. Wenn es erfolgreich ist, könnte der Mensch zum ersten Mal seit 1972 wieder auf den Mond zurückkehren. Allerdings wurden die Starttermine immer wieder verschoben und bisher hat nur ein unbemannter Testflug zum Mond stattgefunden.
Der Wettbewerb in der Weltraumforschung hat sich im Laufe der Zeit signifikant gewandelt. Die Ära des Kalten Krieges, in der die Sowjetunion und die USA die dominierenden Konkurrenten waren, ist längst vorbei und hat Raum für neue Mitbewerber geschaffen. Dennoch strebt Russland, ähnlich wie während des Kalten Krieges, erneut nach technischer Überlegenheit gegenüber den USA, wobei die Ukraine zu einem zusätzlichen Schauplatz dieses Machtkampfes geworden ist.
Gleichzeitig hat sich China als einflussreicher Akteur im Weltraumrennen positioniert, der seine territorialen Ansprüche gegenüber Taiwan verteidigt und dadurch in internationale Konflikte verstrickt ist, was zu angespannten Beziehungen mit den USA führt. Nach dieser Logik erlebt der technische Wettlauf des Kalten Krieges ein unschönes Revival in neuer Gestalt und mit mehr Spielern, die sich gegen die USA einig sind.
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