Medienberichte: US-Geheimsdienste wussten von Putsch-Plänen
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Es ist eine dramatische Wende im Ukraine-Krieg: Die Söldner-Truppen von Jewgeni Prigoschin wendeten sich gegen Kreml-Führer Wladimir Putin und drohten, einen Putsch auf den Kreml zu verüben. 25.000 Söldner haben in nur wenigen Stunden, Putins absoluten Machtansprach ins Wanken gebracht. Mit einem Deal konnte Putin den Aufmarsch abwenden – dennoch ist der Kreml-Chef geschwächt.
Die NIUS-Lage im Überblick:
- Putin und Prigoschin schließen Deal: Wagner bleiben straffrei – Prigoschin hat Rostov bereits verlassen
- Söldner-König Prigoschin richtet sich gegen Putin und seine Armee, kündigt nach dramatischen Stunden jedoch überraschend den Rückzug an.
- Die Gruppe Wagner hatte die Millionenstadt Rostow am Don eingenommen.
- Ein 20-Kilometer-Konvoi hatte sich auf den Weg Richtung Moskau gemacht, die Stadt wurde abgeriegelt.
- Putin sprach im TV von einer „tödliche Gefahr für Russland“, von einem „Schlag gegen das Volk“, den Aufstand wolle er niederschlagen.
- Prigoschons Antwort: „Wir wollen nicht, dass das Land weiter in Korruption, Lüge und Bürokratie lebt“
- In Online-Netzwerke kursiert das Gerücht, Präsident Putin sei nach der Revolte der Söldnertruppe Wagner nach St. Petersburg geflüchtet.
- 600 Kilometer südlich von Moskau soll es am Nachmittag einen Luftangriff von russischen Soldaten auf Wagner-Truppen gegeben haben.
+++ US-Geheimsdienste wussten Bescheid! Laut US-Berichten gab es bereits im Vorfeld Hinweise auf die Pläne, einen Aufstand gegen die Militärführung in Moskau anzuzetteln, berichteten die Washington Post und die New York Times am Samstagabend. Erste Signale gab es der Washington Post zufolge bereits Mitte des Monats. Dem Blatt zufolge gehen die US-Geheimdienstler davon aus, dass der russische Präsident Wladimir Putin selbst bereits mindestens einen Tag vor dem Beginn des Aufstands informiert war.
+++ Putins Macht stark beschädigt! Die angeblich zweitstärkste Armee der Welt, die russischen Streitkräfte, scheint nicht einmal in Russland die stärkste Armee zu sein – die 25.000 Söldner der Wagner-Truppe haben Russland-Diktator Wladimir Putin binnen weniger Stunden gezeigt, dass sein absoluter Anspruch auf die Macht in Russland nicht vom Schicksal vorbestimmt, sondern endlich ist – so schnell sind die Kämpfer gen Moskau vorgerückt.
Putin konnte die Söldner auf ihrem Marsch nach Moskau nur mit einem Deal samt Strafbefreiung aufhalten. Der Mann, der am Morgen noch davon sprach, die Aufständischen würden „Verrat“ und „Brudermord“ begehen und mit heftigsten Konsequenzen drohte, lässt die Putschler nun unbestraft davonkommen, um seine Macht zu erhalten.
+++„Super-Gau für Putin“! Die Bundesregierung hat sich Putsch-Versuch der Wagner-Söldner noch gar nicht geäußert, einzig Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte mitgeteilt, dass die Bundesregierung die Lage „sehr aufmerksam beobachte“ und mit den Partnern in Austausch sei.
Der Chef des Auswärtigen Ausschusses, Michael Roth (SPD), nannte den versuchten Putsch einen „Super-GAU für Putin“, sagte Roth in den Tagesthemen. Prigoschin habe vor der Weltöffentlichkeit Putins absoluten Machtanspruch infrage gestellt, so Roth. „Putins Macht ist massiv geschwächt. Aber er wird mit aller Brutalität zurückschlagen – da dürfen wir uns nichts vormachen“, warnt der ehemalige Staatsminister für Europa.

+++Wagner-Chef Prigoschin hat Rostov offenbar verlassen. Bewacht von schwerbewaffneten Soldaten und bejubelt von russischen Bürgern hat Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin Rostov am Don offenbar verlassen. Das zeigen Video-Aufnahmen des Geopolitik- und Sicherheits-Analysten Michael A. Horowitz bei Twitter. Bei der Abfahrt bejubeln Passanten den Anführer der Söldner-Gruppe Wagner, ein Mann schlägt mit dem Wagner-Chef durch das Fenster des bewachten Jeeps ein.
+++Deal mit Putin: Anklage gegen Wagner-Chef Prigoschin fallen gelassen! Urplötzlich waren die Wagner-Söldner auf Moskau zumarschiert, urplötzlich sind sie wieder umgekehrt: Der Söldner-Aufstand gegen Putin scheint abgewendet. Der Kreml hat einen Deal zwischen Putin und Soldöner-Chef Jewgeni Prigoschin bestätigt, wonach sich die Wagner-Gruppe in ihre Lager zurückzieht und die Anklage gegen Prigoschin und seine Söldner fallengelassen würden. Anführer Prigoschin soll nach Belarus ausreisen.
+++Wagner-Chef Prigoschin ruft seine Söldner zurück! Der Söldner-Anführer kündigte gegen 19.30 Uhr eine Rückkehr seiner Söldner in die Stützpunkte an. In einer Audiobotschaft heißt es, er habe diesen Befehl gegeben, um Blutvergießen zu vermeiden. Der Sender n-tv berichtet, Prigoschin habe sich nach Angaben des belarussischen Präsidialbüros bereit erklärt, den Vormarsch seiner Kämpfer in Russland zu stoppen. Er sei zu einer Deeskalation der Situation bereit, erklärte das Büro auf seinem offiziellen Telegram-Kanal. Offenbar wurde vermittelt: Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko habe mit Putins Einverständnis mit Prigoschin gesprochen. Es liege eine Vereinbarung über die Sicherheit der Wagner-Kämpfer auf dem Tisch.
„Wir haben immer ihre heldenhaften Taten an der Front respektiert“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die Ereignisse des Tages seien tragisch, hieß es weiter. Demnach habe der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko vermittelt, Putin habe eingewilligt, um weitere Verluste zu vermeiden.
Zuvor:
+++Moskau wird zur Festung: Söldner-Chef Jewgeni Prigoschin (62) rollt mit einem 20 Kilometer langen Konvoi Richtung Kreml! Am Mittag waren die Anti-Putin-Kämpfer noch fast 500 Kilometer von Moskau entfernt in der Region Woronesch, am frühen Abend wurde die Stadt Jelez in der Region Lipez passiert – von dort sind es nur noch 340 Kilometer bis Moskau! Das Putim-Regime bereitet panisch die Verteidigung Moskaus vor, Bilder zeigen, dass die Kreml-Stadt regelrecht verbarrikadiert wurde.
Schon in der Nacht war laut Bild der „Plan Festung“ ausgerufen worden, ein Notfallplan der dem russischen Geheimdienst FSB sämtliche Kompetenzen in der Stadt einräumt. Im Laufe des Tages sollen im Regierungsviertel immer mehr gepanzerte Fahrzeuge, Armee-Lkw und sogar Schützenpanzer des Putin-treuen Sicherheitsapparates aufgefahren sein.
+++Putins Soldaten bringen sich großräumig in Stellung: Lkw wurden mit tonnenweise Sand befüllt und zur Blockade der wichtigsten Autobahnen rund um Moskau eingesetzt. Teilweise mehrere Lkw nebeneinander blockierten sämtliche Spuren der in die Hauptstadt führenden Straßen. Die Folge: Mega-Stau, Menschen stiegen aus ihren Autos, eilten zu Fuß weiter.
An strategisch wichtigen Positionen, vor allem entlang der südlichen Ausfallstraßen Moskaus, hoben Soldaten Gräben aus, platzierten Sandsäcke und postierten schwere Maschinengewehre und Granatwerfer an den Straßenrändern. Am frühen Abend hatte die russische Armee bereits drei Autobahnen über den Fluss Oka gesperrt, etwa 100 Kilometer von Moskau gelegen. Hier, schreibt Bild, baut das Regime mutmaßlich seine erste Verteidigungslinie, um den erwarteten Angriff der von Süden kommenden Rebellenarmee abzuwehren.
+++Kampfhandlungen auf russischem Staatsgebiet: Videos, die seit Nachmitag im Netz kursieren, zeigen einen Hubschrauber über einer Stadt, dann eine mächtige Explosion, Flammen und Rauch. Es kommt offenbar zu Kampfhandlungen auf russischem Staatsgebiet. Wenig später bestätigt Gouverneur Alexander Gussew der Russischen Föderation von einem brennenden Tanklager im Gebiet Woronesch. Rund 100 Feuerwehrleute seien an den Löscharbeiten beteiligt.
Zuvor hatte der Gouverneur bereits Kämpfe im Gebiet Woronesch im Südwesten des Landes offiziell bestätigt. „Im Rahmen einer Anti-Terror-Operation führen die Streitkräfte der Russischen Föderation auf dem Gebiet der Region Woronesch notwendige operativ-kämpferische Maßnahmen durch“, schrieb Gouverneur Alexander Gussew am Samstagmittag auf Telegram. „Ich werde weiter über die Entwicklung der Lage informieren.“
Gussew sagte nicht konkret, gegen wen die Armee im Gebiet Woronesch kämpft. Zuvor hatte es allerdings Berichte gegeben, dass die aufständischen Wagner-Kämpfer dort einzelne militärische Einrichtungen besetzt hätten. Das gleichnamige Gebietszentrum ist rund 470 Kilometer von der Hauptstadt Moskau entfernt. Es liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen Moskau und Rostow am Don, wo Aufständische Militäreinrichtungen besetzt haben.

Hat Putin Moskau bereits verlassen? Der russische Präsident Wladimir Putin arbeitet trotz des Aufstandes der Söldnertruppe Wagner angeblich weiter in seinem Regierungssitz in Moskau. „Der Präsident arbeitet im Kreml“, so Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Samstag zur staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Im Netz kurisieren jedoch Gerüchte, nach denen Putin Moskau wegen des Aufstandes verlassen will.
Bild des Luftangriffs in der Region Woronesch: 600 Kilometer südlich von Moskau soll es bereits einen Angriff von russischen Soldaten auf Wagner-Truppen gegeben haben. Das ließ Regionalgouverneur Alexander Gussew auf Telegram verlauten, Prigoschin bestätigte wenig später Luftangriffe. Bilder zeigen Flammen und Rauch über der Stadt. Heißt im Klartext: Es kommt zu Kampfhandlungen auf russischem Staatsgebiet.

Bilder auf Telegram sollen unbewaffnete russische Soldaten aus der Region zeigen – demnach hätten die Kreml-Soldaten ohne Widerstand ihre Gewehre niedergelegt.
Das russische Verteidigungsministerium verurteilte den Aufstand: „Ihr seid auf das kriminelle Abenteuer von Prigoschin und die Teilnahme an einem bewaffneten Aufstand hereingefallen.“
Grund für die Eskalation: Prigoschin hatte in der Nacht zu Samstag behauptet, russische Helikopter und Raketen hätten seine Truppen attackiert, der Befehl soll von Verteidigungsminister Sergej Schoigu (68) gekommen sein. Prigoschin verkündete danach, Russland „befreien“ zu wollen. In der Millionenstadt Rostow am Don hat die Rebellen-Armee dann offenbar ohne Widerstand die Kontrolle übernommen, dort soll auch ein Militärflughafen besetzt worden sein.
Die Bilder aus Rostow:


Während im Süden Russlands, also in der Nähe der ukrainischen Front, die Unruhen spür- und sehbar ist, bereitet sich die Hauptstadt Moskau auf einen Putschversuch vor: Der Inlandsgeheimdienst FSB rief eine „Anti-Terror-Operation“ aus, Autobahnen wurden abgeriegelt, Panzer und anderes Militär-Gefährt rückten in die Stadt.
Die Bilder aus Moskau:


Gleichzeitig soll sich 300 Kilometer südlich, in der Region Woronesch, ein Rebellen-Konvoi Richtung Norden aufgemacht haben – also direkt auf Moskau zu. Das berichtet BILD. Von 1000 rebellierenden Soldaten in knapp 70 Fahrzeugen ist die Rede.
Spannend und entscheidend für den weiteren Verlauf der Eskalation wird sein, wer sich Prigoschin anschließt. Mehrere Russen-Generäle forderten via Telegram die Aufständischen dazu auf, ihre Aktion zu beenden. Prigoschin wiederum verkündete, den russischen Vize-Verteidigungsminister an seiner Seite zu wissen.
Einer hat sich schon offen zu Putin bekannt: Tschetschenen-Führer Ramsan Kadyrow schickt Kämpfer für den Kreml-Führer. Kadyrow schrieb auf Telegram: „Der Aufstand muss niedergeschlagen werden und wenn harte Maßnahmen nötig sind, sind wir bereit dazu!“
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