Messer-Attacke auf Kinder: Asyl-Antrag von Syrer (32) kurz vor der Tat abgelehnt
- Am Donnerstag stach ein Syrer auf einem Spielplatz in Frankreich mit einem Messer auf Kleinkinder ein.
- Kurz zuvor war sein Asyl-Antrag abgelehnt worden.
- Der Flüchtling verletzte vier Kinder und zwei Erwachsene zum Teil schwer.
- Er wurde festgenommen, wird heute psychologisch begutachtet.
Nach dem Messerangriff auf vier kleine Kinder und zwei Erwachsene auf einem Spielplatz im ostfranzösischen Annecy sucht das Land nach Antworten. Der festgenommene Täter soll am Freitagvormittag psychologisch begutachtet und von der Polizei verhört werden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will im Laufe des Tages gemeinsam mit seiner Frau Brigitte die Opfer und ihre Familien treffen. Regierungssprecher Olivier Véran sagte im Sender France Info, zwei der Kinder schwebten seines Wissens nach noch immer in Lebensgefahr.
Der Angreifer hatte am Donnerstagmorgen in Annecy vier Kinder zwischen 22 Monaten und drei Jahren mit einem Messer angegriffen. Die Kinder aus Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien kamen in Kliniken in Genf und Grenoble. Auch zwei Erwachsene verletzte der Mann, bevor Sicherheitskräfte ihn übermannten und festnahmen.
Ermittlungen wegen versuchten Mordes
Die Justiz ermittelt gegen den Mann wegen versuchten Mordes. Seine Beweggründe sind noch unbekannt. „Wir versuchen, sein Motiv zu begreifen“, sagte Staatsanwältin Line Bonnet-Mathis. Ein terroristisches Motiv sahen die Ermittler demnach vorerst nicht. Auch habe der Mann wohl nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen gestanden.
Premierministerin Élisabeth Borne zufolge war der Mann für die europäischen Sicherheitsbehörden ein Unbekannter gewesen, es liege nichts zu ihm vor. Es gebe auch keine Hinweise auf psychiatrische Behandlungen in der Vergangenheit. Eine Polizeisprecherin sagte, der Mann sei am Donnerstag in Gewahrsam „besonders unruhig“ gewesen. Nach dem psychologischen Gutachten am Freitag werde man wohl etwas mehr wissen.
Den Angaben der Behörden zufolge ist der Täter Syrer. Er lebte jahrelang in Schweden und kam erst vor wenigen Monaten nach Frankreich, wo er ohne festen Wohnsitz war. Französische Medien berichteten, der Angreifer sei in Schweden mit einer Frau verheiratet gewesen und habe eine dreijährige Tochter. Seine Frau und er hätten sich kürzlich getrennt.
Als Flüchtling in Schweden, aber er wollte nach Frankreich
Obwohl der Mann bereits in Schweden Asyl erhielt, beantragte er dies auch in Frankreich. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin sagte, am vergangenen Sonntag sei dem Mann mitgeteilt worden, dass sein Asylgesuch in Frankreich abgelehnt worden sei, da er bereits in Schweden Asyl erhalten habe.
Der Angriff hat Frankreich tief getroffen. Innenminister Darmanin sprach vom „schlimmsten Tag für die Franzosen“, seit er vor knapp drei Jahren ins Amt kam. Regierungssprecher Véran sagte: „Wir suchen alle nach Antworten.“ Auf Bildern war zu sehen, wie Menschen in der Nähe des Tatorts Blumen und Kuscheltiere ablegten und der Opfer gedachten.
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