In Wahrheit nur ein Wildschwein? Polizei bestätigt Theorie von Experten
- Suche bis auf Weiteres eingestellt. Auch die Polizei glaubt jetzt an ein Wildschwein.
- Im Vorfeld hatten sich immer mehr Experten geäußert und die Existenz einer Löwin in den Wäldern im Süden Berlins angezweifelt.
- Vor allem fehlende Spuren sowie die Form des Rückens und Länge des Schwanzes sprachen dagegen.
Tag 2 der Löwensuche und noch immer keine heiße Spur von der entlaufenen Wildkatze. Inzwischen ist auch die Polizei und der Bürgermeister von Kleinmachnow übezeugt, dass es sich bei der Löwin eher um ein Wildschwein handelt.
Ein Löwe hinterlässt eigentlich Spuren ...
Gewichtiges Argument gegen die Löwentheorie war unter anderem die Tatsache, dass sich weder Blut noch Kot oder Pfotenabdrücke des Tieres in jenen Regionen feststellen ließen, wo man das Raubtier vermutet hatte. Veterinärmediziner Achim Gruber von der Freien Universität Berlin setzte seine Hoffnung deshalb vor allem auf die Jagdhunde, die ebenfalls bei der Suche nach dem Tier eingesetzt wurden. Wenn die Hunde keine Spuren fänden, sei dies ein „starkes Puzzlestück“ gegen die Löwen-Hypothese. „Ich halte es für möglich, dass das eine Löwin ist, bin aber nicht überzeugt, sagte Gruber im RBB-Spezial.
Der Berliner Wildtierexperte Derk Ehlert ging noch einen Schritt weiter. Gegenüber dem RR-Inforadio sagte er am Freitagmorgen, dass er auf dem bekannten Video lediglich zwei Wildschweine sähe, die von links nach rechts liefen. Unterstützung für die These, dass es sich lediglich um ein oder mehrere Wildschweine handelt, erhält auch von einem Jäger auf Twitter, der in dem Video ein Wildschwein sieht, das sich an einem Baum schubbert. Teller (Ohren) sowie Pürzel und Qaste (Teile des Schwanzes eines Wildschweins) seien typisch.
Auch Ehlert zweifelte daran, dass eine Raubkatze frei durch Berlin und Brandenburg läuft. „Ich glaube aber natürlich den Zeugen, den Kollegen von der Polizei in Berlin, die ein derartiges Tier auch real gesehen haben“, fügte er an. Dennoch mache es ihn, ebenso wie Achim Gruber, stutzig, dass keine Spuren des Tieres gefunden werden konnten. „Grundsätzlich kann ein Löwe nicht einfach weg sein, auch so eine Löwin nicht. Sie hinterlässt Spuren.“ So sei es, laut dem Wildtierexperten, „schon sehr auffällig, dass an der Stelle, wo das Tier gesehen und gefilmt wurde, nicht mal ein Trittsiegel zu sehen ist.“
Der Schwanz eines Löwens ist eigentlich viel länger ...
Zustimmung erhielten die Experten auch aus dem Ausland. So war sich auch der britische Paläontologe Darren Naish sicher, dass der Löwe eigentlich gar keiner ist. Seiner Meinung nach sei der Schwanz des Tieres in dem Video zu kurz für einen Löwen. Dieser reiche normalerweise fast bis zum Boden. Das sei bei dem gesichteten Tier allerdings nicht der Fall, so der Wirbeltierexperte auf seinem Blog „Tetrapod Zoology“. Zudem sei die Form des Rückens und des zu sehenden Ohres nicht typisch für einen Löwen. All das spräche letztlich dagegen, dass es sich tatsächlich um eine Löwin handele.
Angst und Aufregung wegen der Löwin – die vielleicht nur ein Wildschein ist.
Bereits gestern äußerten Stimmen Zweifel an der Löwen-Theorie. Auch Alexander Sliwa, Raubkatzen-Experte des Kölner Zoos, verwies auf die ungewöhnliche Form des Rückens und die Art des Schwanzes, die nicht für einen Löwen sprächen. Für ihn könne es sich bei dem Tier auch um ein Reh oder eine andere Hirschart handeln. Auch eine andere Raubkatzenart wie ein Puma wäre denkbar.
Ein Löwe? „Dann fresse ich einen Besen!“
Für Zirkusdirektor Michel Rogall könne es sich indes auch um einen kaukasischen Bärenhund handeln, der Löwen in der Größe durchaus ähneln würde. Gegenüber der Märkischen Oderzeitung sagte er: „Wenn das ein Löwe ist, fresse ich einen Besen.“
Wie es aussieht, scheint sich die Wildschwein-Theorie nun zu festigen. Die Löwin ist wohl keine...