Politiker im Wahlkampf: Alle fahren in die Flut, keiner fährt nach Mannheim
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Deutschland steht unter Schock nach dem Messer-Terror von Mannheim. Nur unsere Spitzenpolitiker scheinen das Thema nicht so wichtig zu finden. Sie reisen aus Berlin lieber ins Hochwasser-Gebiet in Süddeutschland. Zwischenstopps am Ort der tödlichen Islamisten-Attacke sind offenbar NICHT geplant.
Gestern starb Polizist Rouven L. (29), der bei der Terror-Attacke auf Islamkritiker Michael Stürzenberger mutig eingriff und von Angreifer Sulaiman A. (25) mit brachialer Messer-Gewalt vor laufender Kamera niedergestochen wurde.
Trauer und Trauma um die Attacke sind groß.
Polizisten in ganz Deutschland müssen die Tat und ihre Folgen verarbeiten. Überall im Land wird heute die Frage diskutiert, ob die Politik genug tut, um Bürger und Einsatzkräfte vor islamistischer Gewalt zu schützen. Überall im Land haben die Menschen Angst, dass sich Vorfälle wie dieser wiederholen.
Selbstinszenierung in Gummistiefeln

Robert Habeck gestern in Bayern
Doch statt am Ort des Terrors Präsenz zu zeigen, reisen Deutschlands Spitzenpolitiker – vom Kanzler bis zur Kulturstaatsministerin – lieber in die Hochwasser-Gebiete nach Bayern und Baden-Württemberg.
Dort warten statt unangenehmer Fragen starke Motive für Wahlkampf-Fotos.
Vizekanzler Habeck (Grüne) zeigte sich bereits gestern mit Gummistiefeln und bedrückter Miene an der Seite von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), auch Parteikollegin Claudia Roth, die in Bayern geboren wurde, reiste an. Für heute haben sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Innenministerin Nancy Faeser (SPD) im Süden angekündigt und werden sich hemdsärmelig mit Soldaten, Bürgern und Sandsäcken präsentieren.

Die Kollegen von Rouven L. trauerten gestern öffentlich auf dem Marktplatz von Mannheim. Bewegende Szenen spielten sich ab.
Dass sich auch in den Hochwassergebieten am Wochenende Dramen abspielten und die Lage weiterhin dramatisch ist – keine Frage. Menschen starben in den Fluten, andere gelten noch als vermisst, in einigen Gebieten gilt weiterhin Katastrophenalarm. Natürlich müssen sich Kanzler und Minister dort ein Bild machen und beim Bürger sein.
Mannheim liegt auf dem Weg in die Flutgebiete
Genauso müssten Vertreter der Bundesregierung aber spätestens heute in Mannheim auflaufen. Auf dem Markplatz trauerten gestern nach Bekanntwerden des Todes von Polizist Rouven L. Dutzende Polizei-Kollegen, Tränen flossen, bewegende Szenen spielten sich ab.
Mannheim liegt auf dem Weg in die Flutgebiete – es wäre ein leichtes, heute auch dort einen Stopp einzulegen. Dort warten auf Scholz und Faeser allerdings keine starken Foto-Motive, sondern drängende Fragen zur islamistischen Bedrohungslage in Deutschland, die sich nicht mit Wahlkampf-Floskeln beantworten lassen.
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