Polizei München erklärt ausländischen EM-Fans, wie hoch man den rechten Arm in Deutschland (nicht) heben darf
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Skurrile EM-Kampagne der Polizei München!
Auf X warnt die Polizei München Gästen der EM davor, den „Hitlergruß“ zu machen. Und das in einem Englisch, bei dem man die deutsche Aussprache förmlich hören kann. „This history must not be repeated“. Oder besser: „Sis histeri mast not bi ripietet!“
So etwas gibt es nur in Deutschland: Auf dem Online-Plakat ist eine hölzerne Gelenkfigur zu sehen, in ihrem Hintergrund das Ziffernblatt einer Uhr, das als Gradmesser dient. So soll den Fußballfans beigebracht werden: Wenn ihr den ausgestreckten Arm zu hoch hebt, bekommt man Ärger mit der Polizei.
Doch nicht nur die Optik und das Schulmeisterhafte sind das Fragwürdige...
Zielgruppe Ausländer, alles auf Deutsch
Mit dem QR-Code führt die Polizei München den EM-Gast auf eine Polizei-Webseite, die hauptsächlich auf Deutsch verfasst ist. Es gibt dort zwar verschiedene Info-Kategorien, die in die englische Sprache übersetzt sind. Klickt man jedoch darauf, bekommt der ausländische Fußballfan alles auf Deutsch zu lesen. Die Adressaten der Kampagne können mit den weitergehenden Informationen also wenig anfangen.

Screenshot der Infoseite der Polizei: Woher soll der französische oder englische EM-Gast wissen, was „Odalrunen“ oder „Reichskriegsflagge“ bedeutet?
Man findet dort etwa „Infos rund ums Stadium – Information about the stadium“. Dann liest man: „Das Stadion, die Munich Football Arena, liegt außerhalb der Stadt und ist am besten mit der U-Bahn Linie U6, Haltestelle Fröttmaning, zu erreichen. Daher ist in München ein Marsch in geschlossener Gruppe, ein sog. Fan Walk, zum Stadion kaum durchführbar. Um dennoch sicher zum Stadion zu gelangen, werden an den Spieltagen von jeweils zwei ausgewählten, großen Münchner Biergärten kostenlose Shuttlebusse zum Stadion angeboten.“
Übersetzt sind lediglich die Formulierungen „Munich Football Arena“ und „Fan Walk“, als würde das helfen, wenn der Rest des Textes deutschsprachig bleibt... Ein anderes Beispiel: „Öffentliche Toiletten in München * Public toilets in Munich“. Klickt der EM-Gast darauf, erfährt er: „Eine Übersicht über öffentliche Toiletten im Münchner Stadtgebiet finden Sie hier“. Englische Übersetzung? Fehlanzeige!
Generell darf man sich fragen: Sind ausländische Fans, die Hitlergrüße zeigen könnten, wirklich ein so großes Problem, dass sie eine groß angelegte Kampagne erfordern? Viele Ausländer dürften über die „crazy Germans“ eher ungläubig lachen, die unaufhörlich der ganzen Welt zeigen müssen, wie sehr sie aus der Geschichte gelernt haben... Denn das ist die Botschaft, mit der Deutschland den Rest der Welt belehrt: Seine eigene Geschichte darf sich nicht wiederholen.
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