Sein Großvater wurde 1972 in München ermordet: Jüdischer Student (30) in Berlin von arabischem Studenten verprügelt
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Der 30-jährige jüdische Student, der am Freitag in Berlin von einem pro-palästinensischen Kommilitonen krankenhausreif geprügelt worden ist, ist Nachfahre eines der Terror-Opfer der Olympischen Spiele 1972 in München. Das Prügel-Opfer Lahav Shapira ist der Enkel von Amitzur Shapira, einem Leichtathletik-Trainer und Mitglied der israelischen Delegation bei den damaligen Olympischen Spielen.
Die palästinensische Terrorgruppe „Schwarzer September“ hatte damals die israelische Delegation überfallen, zwei Sportler getötet und neun weitere als Geiseln genommen und später getötet. Auch ein Polizist starb. Eine der Geiseln, die nach ergebnislosen Verhandlungen und einem gescheiterten Befreiungsversuch getötet wurde, war Shapiras Großvater.
52 Jahre später wird der Enkel eines der Terroropfer selbst zum Opfer antisemitischer Gewalt. Noch auf dem Boden liegend soll der Palästinenser auf den 30-Jährigen eingetreten haben. Er kam mit einer Gesichtsfraktur ins Krankenhaus.

Die Mannschaft Israels marschiert bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele am 26.08.1972 in das Münchner Olympiastadion ein. Neun Tage später sind die Sportler Ziel eines Terroranschlages der palästinensischen Terrorgruppe „Schwarzer September“.
Der renommierte Psychologe Ahmad Mansour, selbst palästinensischer Herkunft, twitterte am Sonntag: „Lahav Shapira, 30, wurde am vergangenen Freitag in einer Bar im Berliner Bezirk Mitte von einem 23-jährigen arabischen Studenten angegriffen, nachdem dieser ihn durch seine Aktivitäten für Israel und für die Freilassung von Geiseln erkannt hatte.“
Anders als zunächst von zahlreichen Medien und der Polizei berichtet, ging dem Angriff keine politische Debatte über den Nahost-Konflikt voraus – jedenfalls sagt das der Bruder des Opfers, der bekannte Comedian Shahak Shapira.
„Es gab keinerlei politische Debatte. Er wurde vom Angreifer in der Bar erkannt, dieser ist ihm und seiner Begleitung gefolgt, hat sie aggressiv angesprochen und ihm dann unangekündigt ins Gesicht geschlagen“, schrieb Shapira bei X. Seinem Bruder Lahav gehe es „ok“. Er sei nach dem Angriff operiert worden.

Der Comedian Shahak Shapira hat auch schon einen Angriff von Judenhassern erlebt.
Die Freie Universität Berlin hat inzwischen auf die Prügel-Attacke reagiert, jedoch ohne ein Wort über das Motiv – islamistischer Hass auf Juden – zu verlieren. „Wir sind tief betroffen. Die Freie Universität Berlin steht für Offenheit und Toleranz und distanziert sich von jeglicher Form von Hetze und Gewalt“, teilte die Uni bei X mit.
Nicht der erste Angriff
Bereits 2010 war Lahav Shapira angegriffen worden, weil er Jude ist. Der damalige Schüler wurde in der Kleinstadt Laucha (Sachsen-Anhalt) von einem jungen Rechtsextremisten als „Judenschwein“ beschimpft und zusammengeschlagen, wie der Tagesspiegel berichtet.
Auch der ältere, in der Comedy-Szene bekannte Bruder Shahak Shapira hat bereits einen solchen Angriff erlebt: In der Neujahrsnacht 2015 wurde er von einer siebenköpfigen Gruppe in der U-Bahn verprügelt, er erlitt Prellungen und eine Platzwunde am Kopf. Der Zeitung sagte er damals, bei den Angreifern habe es sich um Türken oder Araber gehandelt.
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