SEK stürmt Asylheim! Syrer verhaftet! IS bekennt sich zu Messer-Terror von Solingen
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- Der IS hat sich zur blutigen Messerattacke in Solingen bekannt.
- Nach unbestätigten Erstinformationen der Bild soll am Samstagabend beim SEK-Einsatz in einem Asylbewerberheim ein Syrer festgenommen worden sein.
- Um 20.18 Uhr stürmten die Einsatzkräfte das Wohnheim, das nur wenige hundert Meter vom Tatort entfernt liegt. Hier war am Samstagvormittag ein 15-jähriger Kirgise festgenommen worden.

Bewohner des Heims sitzen während des Zugriffs vor dem Gebäude.
Im Bekenner-Schreiben der Terror-Medienagentur des IS heißt es, der Angreifer sei ein „Soldat des Islamischen Staates“ und habe eine „christliche Versammlung“ angegriffen. Den Angriff habe er „aus Rache für die Muslime in Palästina und überall“ durchgeführt.

Auf dem Messenger-Dienst „Al-Amaq“ bekannte sich der IS zu den Morden.
Solingen ist bekannt für dortige islamistische Netzwerke. Auffällig viele ISIS-Anhänger stammten aus der Stadt, die sich in den 2010er Jahren auf dem Weg nach Syrien machten, um für die Terrororganisation zu kämpfen. Welcher IS-Gruppe der Solinger Attentäter genau angehörte, ist noch unklar. Von dem Ableger „Islamischer Staat Provinz Khorasan“, abgekürzt ISPK, geht aktuell die größte Terrorgefahr in Europa aus. Experten halten den ISPK sogar für die gefährlichste Terrorgruppe weltweit.

Auf Fotos der Nachrichtenagentur der dpa ist eine weitere Festnahme zu sehen. Genaue Umstände zu der Festnahme sind bislang nicht bekannt.
Den 15-Jährigen, der am Samstagvormittag festgenommen wurde, ordnen die Behörden als möglichen Mitwisser der Tat ein, er befindet sich zurzeit in Polizeigewahrsam. Laut Spiegel soll er aus Kirgisistan stammen und in einer Flüchtlingsunterkunft festgenommen worden sein. Er verweigert die Aussage.
Der Welt liegt ein interner Polizeibericht vor, demzufolge der Täter bei der Messerattacke „Allahu Akbar“ gerufen hat. Außerdem gab einer der bei der Tat verletzten Zeugen an, dass man den Tatverdächtigen „aus Solingen kenne“ und dieser auch Besucher einer örtlichen Moschee sei.
„Heute steche ich alle ab“
Nach Informationen von Focus Online haben die beiden Zeuginnen, die angaben, den festgenommenen 15-Jährigen mit dem mutmaßlichen Täter sprechen gesehen zu haben, gehört, wie der Unbekannte gegenüber dem Jugendlichen tönte: „Heute steche ich alle ab.“
Bei der Suche nach dem Messerstecher haben die Staatsschützer sogenannte Man-Trailer-Hunde eingesetzt, die mit Hilfe des aufgefundenen Messers den Fluchtweg rekonstruieren sollen.

Der Fundort der Tatwaffe in den Mülleimern. Hunde sollen nun zum Täter führen.
Um 15 Uhr informieren die Sicherheitsbehörden in Wuppertal auf einer Pressekonferenz über den aktuellen Stand der Ermittlungen.
Laut Thorsten Fleiß, der in der Terror-Nacht Polizeiführer war, handelt es sich bei den Toten um eine 56-jährige Frau, einen 67-jährigen und einen 56-jährigen Mann. Sie stammen aus Solingen und Düsseldorf.
Bildmaterial von der Tat, das in den sozialen Medien kursiere und auch der Polizei vorliege, zeigt laut Fleiß, wie der Täter seinen Opfern gezielt in den Hals stach. Mehrere der Verletzten kämpfen zur Stunde um ihr Leben, Details dazu wollte Fleiß nicht preisgeben.
In Nordrhein-Westfalen gabe es am Nachmittag mehrere Durchsuchungen. Eine NIUS-Frage dazu, ob auch Moscheen durchsucht worden seien, wollten die Ermittler weder dementieren noch bestätigen.
Auf dem Gelände bot sich den Besuchern nach dem Anschlag ein Bild des Grauens:
Die Tat ereignete sich auf dem Fest zum 650. Jahrestag der Stadtgründung Solingens. Tatort war der zu diesem Zeitpunkt gut besuchte Fronhof – ein Marktplatz in der Innenstadt, auf dem für das Jubiläumsfest eine Bühne aufgebaut war. Unmittelbar vor der Bühne stach der Attentäter auf die wehrlosen Menschen ein.
„Es ist der Horror”, sagte Philipp Müller, der Festival-Veranstalter der Welt: „Ich wurde von einem Bühnenmanager angerufen, der mir sagte: ,Hier liegen Leute auf dem Boden und werden wiederbelebt.’“ 15.000 Menschen seien während der Attacke im Stadtzentrum gewesen.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul.
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) traf in der Nacht am Tatort ein und zeigte sich sichtlich betroffen. „Aus dem Nichts sticht jemand wahllos auf Menschen ein“, sagte Reul. „Wir in Nordrhein-Westfalen, wir sind tief erschüttert und in Trauer vereint. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer und bei den Verletzten. Wir können jetzt nur beten, dass es die Schwerverletzten schaffen.“
Die Stadt hat das ursprünglich für drei Tage geplante Straßenfest komplett beendet. Auch die für diesen Samstag und Sonntag geplanten Programmpunkte wurden abgesagt.

Die Polizei war in der Nacht auf Samstag mit einem Großaufgebot im Einsatz.
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Das Solinger Tageblatt, das von vor Ort berichtet, schildert die dramatische Geschichte des Augenzeugen Lars Breitzke: „Er stand laut eigenen Angaben vor der Bühne auf dem Fronhof, als sich die Tat offenbar wenige Meter von ihm entfernt ereignete.
Auf der Bühne spielte Suzan Köcher‘s Suprafon. Plötzlich habe er am Gesichtsausdruck der Sängerin Suzan Köcher erkannt, dass etwas nicht stimmt“, so schreibt das Solinger Tageblatt. „Und dann ist nur einen Meter neben mir ein Mensch umgefallen“, erzählt Breitzke. Zunächst habe er gedacht, es handele sich um einen Betrunkenen. Doch als er sich umdrehte, habe er weitere Personen auf dem Boden liegen sehen. Und mehrere Blutlachen. Er selbst blieb unverletzt.
Videos vom Anschlagsort zeigen Bilder des Grauens
Am späten Samstagabend lagen die Toten mit Planen abgedeckt auf der Straße, Blut war zu sehen, Notärzte liefen von Opfer zu Opfer. Schwer bewaffnete Polizeibeamte sicherten den Einsatzort. Gegen 22 Uhr wurde das Festival abgebrochen. Auf Aufforderung der Polizei verließen die meisten Besucher den Anschlagsort ruhig und ohne Panik, Augenzeugen berichten von gespenstischer Stimmung.
Videos und Fotos zeigen, wie Notärzte die Verletzten behandeln.

Zahlreiche Rettungskräfte versuchen die Leben verletzter Menschen zu retten.

Die Spurensicherung im Einsatz
„Ein Akt brutalster und sinnloser Gewalt“
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst äußerte sich auf X zum Anschlag: „Nordrhein-Westfalen ist in Erschütterung und Trauer vereint. In diesen dunklen Stunden sind die Menschen unseres Landes und darüber hinaus mit ihren Herzen und Gedanken in Solingen. Ein Akt brutalster und sinnloser Gewalt hat unser Land ins Herz getroffen. Ganz Nordrhein-Westfalen steht an der Seite der Menschen in Solingen, vor allem an der Seite der Opfer und ihrer Familien. Ein großer Dank gilt den vielen Rettungskräften und unserer Polizei, die in diesen Minuten um Menschenleben kämpfen.“
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