Sie planten den Putin-Putsch: Das ist die berüchtigte Söldner-Gruppe Wagner
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- In Moskau tobte bis Samstagabend ein Machtkampf zwischen der Militärführung Putins und der Söldner-Gruppe Wagner.
- Wer ist die mysteriöse Einheit?
In Russland überschlugen sich am Wochenende die Ereignisse. Im Zentrum: die Wagner-Gruppe, eine private russische Militärfirma, die oft als Söldnergruppe oder Privatarmee bezeichnet wird. Sie wurde in den 2010er–Jahren gegründet, die Gruppe ist nach dem deutschen Komponisten Richard Wagner benannt. Ihr Chef ist der Oligarch Jewgeni Prigoschin.
Erstmals hat der eigentlich für seine engen Beziehungen zu Kremlchef Wladimir Putin bekannte russische Geschäftsmann Prigoschin im September 2022 öffentlich eingeräumt, die berüchtigte Söldnertruppe gegründet zu haben. Er habe die Einheit 2014 für den Einsatz auf russischer Seite im ukrainischen Donbass gebildet, erklärte Prigoschin. Er bestätigte auch Einsätze in Syrien, anderen arabischen Ländern sowie in Afrika und Lateinamerika.
Mark Galeotti, Experte für russische Sicherheitsfragen, sagt: „Die Wagner-Gruppe ist eine der bekanntesten und gefährlichsten privaten Militärfirmen. Sie agiert als verlängerter Arm des russischen Staates und hat in verschiedenen Konflikten ihre Stärke bewiesen.“
Die geheimnisvolle Macht der Gruppe Wagner
Die Einsätze der Wagner-Gruppe sind von Geheimhaltung und Undurchsichtigkeit geprägt. Die Söldner der Wagner-Gruppe sind hochtrainierte und gut ausgerüstete Kämpfer, die in Kampfhandlungen eingesetzt werden. Letzte Schätzungen der Truppenstärke Wagners stammen aus dem Januar 2023.
In der Ukraine sind nach Angaben der US-Regierung Zehntausende Söldner der russischen Kampfgruppe stationiert. Man schätze, dass derzeit 50.000 Söldner in der Ukraine im Einsatz seien, darunter 40.000 Strafgefangene, sagte der Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, John Kirby kürzlich. Allein in den Wochen vor dieser Aussage seien etwa 1000 „Wagner“-Kämpfer bei Kämpfen getötet worden. Rund 90 Prozent von ihnen seien Sträflinge gewesen, sagte Kirby. Die Gefangenen stammten aus russischen Gefängnissen. In bestimmten Fällen sei sogar das russische Militär dem Kommando der „Wagner“-Gruppe unterstellt. Es gibt also schwer zu durchschauende Verflechtungen.
Wie rekrutieren sich die Mitglieder? Ehemalige Söldner berichteten gegenüber Reuters, dass Häftlinge sich oft als Söldner meldeten. Sie würden einer separaten Unterkunft des Gefängnisses untergebracht werden. Dort erhielten sie eine zwei- bis dreiwöchige Ausbildung, die von ehemaligen Angehörigen russischer Spezialeinheiten geleitet werde. Die Ausbildung sei kurz, aber intensiv, erklären die Söldner.

Experten für Sicherheitsfragen betrachten die Gruppe Wagner als eine der gefährlichsten – aber nur als eine von vielen privaten Militärfirmen weltweit. Nigel Gould-Davies, Experte für internationale Sicherheit: „Die Wagner-Gruppe ist Teil eines breiteren Trends, in dem private Söldnerarmeen eine immer größere Rolle spielen. Diese Entwicklungen stellen eine ernsthafte Herausforderung für die internationale Sicherheit dar.“
General James R. Clapper, ehemaliger Direktor des US-Geheimdienstes, wird noch deutlicher: „Die Wagner-Gruppe stellt eine klare Bedrohung dar, sowohl für regionale als auch für globale Sicherheit. Es ist von größter Bedeutung, dass wir ihre Aktivitäten genau überwachen und entschlossen handeln.“
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