Die traurige Silvester-Bilanz: Messerattacke in Wiesbaden, Böller- und Brandtote in Bielefeld und BaWü, Angriffe auf Rettungskräfte in Berlin
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Zum Jahreswechsel 2025/2026 ist es in Deutschland erneut zu zahlreichen Angriffen auf Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste gekommen. Mindestens zwei Menschen starben durch Unfälle mit Pyrotechnik. Dutzende wurden schwer verletzt, darunter viele Kinder.
Besonders tragisch endete die Nacht in Bielefeld: Zwei 18-Jährige kamen unabhängig voneinander durch die Explosion selbstgebauter Pyrotechnik ums Leben. Beide sollen tödliche Verletzungen im Gesicht erlitten haben, wie die Polizei mitteilte. Fremdverschulden wird ausgeschlossen.

Polizisten am Unfallort im ostwestfälischen Bielefeld.
In Lohne (Landkreis Vechta, Niedersachsen) starb ein Fünfjähriger in Folge eines Verkehrsunfalls. Der Junge soll kurz nach Mitternacht von einem Gehweg auf die Straße gelaufen sein und wurde dort vom Pkw eines 47-Jährigen erfasst. Der Fünfjährige wurde mit einem Helikopter in ein Krankenhaus gebracht, verstarb aber wenige Stunden später.
In Reddelich bei Rostock verlor ein 14-jähriger Jugendlicher durch einen explodierenden Böller seine linke Hand. Er musste mit schweren Verletzungen im Krankenhaus notärztlich versorgt werden. In Leipzig wiederum wurde ein 16-jähriges Mädchen schwer an der Hand verletzt, als sie einen in Deutschland nicht zugelassenen Böller zündete.
In Wiesbaden starb ein 23-Jähriger nach einer Messerattacke. Der Tat, die sich gegen 00:10 Uhr in der Stadtmitte der hessischen Landeshauptstadt ereignet hat, soll eine „körperliche Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen“ vorausgegangen sein. Die Polizei konnte zwei 22-jährige Tatverdächtige festnehmen.
In Baden-Württemberg sind bei mehreren Bränden drei Menschen ums Leben gekommen. Das teilte das baden-württembergische Innenministerium am Donnerstag mit. Die Brände hätten sich in Bonndorf und Lenzkirch im Schwarzwald sowie in Giengen an der Brenz ereignet. Auch in Bernstadt im Alb-Donau-Kreis kam es zu einem großen Feuerwehreinsatz wegen eines Brandes. 90 Einsatzkräften waren mehrere Stunden im Einsatz.

Die Feuerwehr in Bernstadt musste mehrere Stunden lang gegen die Flammen ankämpfen.
Das Unfallkrankenhaus in Berlin-Marzahn behandelte allein 25 Patienten „mit zum Teil schweren Handverletzungen mit Teil- oder kompletten Amputationen von Fingern oder Teilen der Hand“. Das berichtet die Berliner Zeitung. Darunter waren auch Verbrennungen sowie Gesichts- und Augenverletzungen. „Besonders schlimm ist aber, dass wieder acht Kinder dabei sind, deren Leben sich durch diese schweren Verletzungen für immer verändert hat“, teilte das Krankenhaus mit. Man rechne mit steigenden Zahlen, da viele Betroffene zunächst den Rausch ausschlafen müssten, „bevor ihnen das Ausmaß ihrer Verletzungen so richtig zu Bewusstsein kommt“.
Zahlreiche Angriffe auf Rettungskräfte in der Hauptstadt
In Berlin waren rund 4300 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz – etwa 3300 mehr als in normalen Nächten. Dennoch wurden Einsatzkräfte wiederholt mit Böllern und Raketen beschossen, vor allem in Neukölln, Moabit und anderen Brennpunktbezirken.
21 bis 24 Beamte erlitten leichte Verletzungen, meist Knalltraumata. Die Polizei nahm mehr als 400 Personen vorläufig fest, vor allem wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz. Kiloweise illegale Pyrotechnik, darunter gefährliche Kugelbomben der Kategorie F4, wurde beschlagnahmt. In mehreren Bezirken kam es zudem zu Bränden.
Laut Polizei Berlin wurden 14 Menschen in „Unterbindungsgewahrsam“ genommen, damit sie keine weiteren Straftaten begehen. Gegen sieben Menschen wurden Haftbefehle beantragt, unter anderem wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung.

Ein Wasserwerfer in einer Seitenstraße im Nordberliner Bezirk Moabit.

Feuerwehrmänner stehen nach einer Brandbekämpfung im Britzer Weg an einer Bushaltestelle.
Trotz der Vorfälle zog die Berliner Polizei eine verhaltene positive Bilanz: „Wir haben keine schweren Verletzungen bei Kollegen und auch nicht bei feiernden Menschen. Und wir haben auch nicht so schwere Vorkommnisse und Sachbeschädigungen wie im letzten Jahr“, sagte Polizeisprecher Florian Nath. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte im Vorfeld gewarnt: „Der Spaß endet, wenn Menschen angegriffen werden.“
Offizielle Feiern verlaufen ohne Zwischenfälle
Auch in Hamburg und Leipzig kam es zu Angriffen auf Einsatzkräfte. In Hamburg wurden zehn Polizisten verletzt, in Leipzig errichtete die Polizei Absperrungen im Stadtteil Connewitz und meldete geworfene Böller sowie Brände in der Innenstadt. Landesweit rückten Feuerwehren zu zahlreichen Bränden aus.
In Frankfurt soll es an mehreren Orten der Innenstadt, darunter der Zeil und dem Bahnhofsviertel, zu Auseinandersetzungen und Verstößen mit Pyrotechnik gekommen sein, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Die Polizei soll mehrere Personen festgenommen haben, mehrfach sollen Beamte mit Feuerwerk beschossen worden sein.

Zahlreiche Jugendliche versammeln sich auf der Mainbrücke.

Eine verletzte Person wird von Sanitätern während des Feuerwerks zum Jahreswechsel am Mainufer abtransportiert.
Im Kontrast dazu verliefen die großen offiziellen Feiern friedlich. Am Brandenburger Tor in Berlin feierten Tausende bei guter Stimmung und einer aufwendigen Lichtshow das neue Jahr. In München kamen nach Veranstalterangaben rund 10.000 Menschen zusammen. „Es gab keine Zwischenfälle, überhaupt nichts“, sagte Katrin Strauch von der Veranstaltungsagentur Gral.

Feuerwerksraketen erleuchten in der Silvesternacht die Münchener Innenstadt.
10 Tote bei Explosion in der Schweiz
In den Niederlanden, wo Privatfeuerwerk in dieser Silvesternacht letztmals erlaubt war, eskalierten die Ausschreitungen: In mehreren Städten wurden Polizisten attackiert, in Breda mit Molotowcocktails und Gehwegplatten, in Amsterdam kam es zu massiven Ausschreitungen; auch brannte eine Kirche aus.
‼️Kontrollverlust in der Silvesternacht ‼️
— Ahmad Mansour (@AhmadMansour__) January 1, 2026
Beispiellose Gewalt in den Niederlanden
Die Silvesternacht ist in den Niederlanden in Chaos und Gewalt eskaliert. In zahlreichen Städten verwandelten sich die Straßen in Feuerzonen, begleitet von massiven Ausschreitungen. Zwei Menschen… pic.twitter.com/N7Z15KTPtK
Auch in Straßburg unweit der deutsch-französischen Grenze kam es zu Gewalt und Brandstiftungen an Silvester. Im gesamten Stadtgebiet sollen 101 Fahrzeuge in Brand gesetzt, 25 Polizisten verletzt worden sein. Eine Wohnung brannte komplett aus.

Polizeibeamte in der Nähe des Bereichs, wo in der Bar „Le Constellation“ nach einer Explosion in den frühen Morgenstunden der Silvesternacht ein Feuer ausgebrochen ist.
In der Schweiz hingegen kamen bei einer Explosion mehrere Person ums Landen. Im Skiort Crans-Montana soll eine „Explosion unbekannter Ursachen“ kurz nach Mitternacht zahlreiche Menschen schwer verletzt und getötet haben. Aktuell rechnet die Polizei mit mindestens zehn Toten.
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