So gut gelaunt absolviert Kanzler Merz seinen Indien-Besuch
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Bundeskanzler Friedrich Merz ist zu einem offiziellen Besuch in Indien eingetroffen und wurde dort mit außergewöhnlichem Aufwand empfangen. Bereits bei der nächtlichen Fahrt durch Ahmedabad säumten hunderte Plakate und riesige Werbetafeln mit seinem Konterfei den Weg, versehen mit Willkommensbotschaften zum Kanzlerbesuch. In Regierungskreisen gilt der Empfang als deutliches Zeichen der Wertschätzung durch Indiens Premierminister Narendra Modi.
Der Kanzler postete bereits eindrucksvolle Szenen auf seinem X-Account:
Modi empfing Merz bewusst in Ahmedabad, seiner Heimatstadt und einem Ort mit hoher symbolischer Bedeutung. Nach einer kurzen Nachtruhe besuchten beide gemeinsam den Ashram von Mahatma Gandhi, wo Merz im Gästebuch dessen Einsatz für Freiheit und Menschenwürde würdigte. Anschließend fuhren sie gemeinsam zum traditionellen Drachenfestival, bei dem tausende Drachen den Beginn des Sommerhalbjahres markieren. Während der Fahrt führten Merz und Modi erste Vier-Augen-Gespräche.
Der Besuch des Drachenfestivals und weitere Stationen des ersten Tages sorgten für tolle Fotos:

Merz und Modi beim Drachenfestival

Gemeinsame Verbeugung an der Gedenkstätte für Mahatma Gandhi

In der Limousine ging’s zum nächsten Termin.

Der Kanzler beim Besuch der Ghandi-Gedenkstätte

Gemeinsame Ankunft des indischen Premierministers Modi mit Kanzler Merz beim Drachenfestival

Am Rande des Besuchs unterzeichneten beide Seiten insgesamt 27 Absichtserklärungen.
Im Mittelpunkt des Besuchs stehen Wirtschaft, Fachkräfte und Sicherheit. Deutschland ist innerhalb der EU bereits Indiens wichtigster Handelspartner, umgekehrt spielt Indien für Deutschland bislang nur eine Nebenrolle. Die Bundesregierung sieht hier großes Ausbaupotenzial, auch vor dem Hintergrund neuer US-Zölle auf indische Produkte. Begleitet wurde Merz von einer Wirtschaftsdelegation, unter anderem mit Vertretern von Siemens und Uniper. Insgesamt dauerten die Gespräche rund anderthalb Stunden.
Ein weiteres Thema ist die Anwerbung von Fachkräften, insbesondere für den deutschen Gesundheitssektor. Merz verwies darauf, dass Inder zu den erfolgreichsten Zuwanderern in Deutschland gehörten und bereits die größte Gruppe ausländischer Studenten stellten. In Ahmedabad standen dazu weitere offizielle Termine an, bevor der Kanzler nach Bangalore weiterreist, wo Gespräche mit Start-ups aus der Nanotechnologie geplant sind.

Sicherheits- und außenpolitisch bleibt die Nähe Indiens zu Russland ein heikler Punkt. Indien bezieht weiterhin große Teile seiner militärischen Ausrüstung sowie Gas und Öl aus Russland und lehnt strengere Sanktionen bislang ab. Merz will dieses Thema offen ansprechen. Gleichzeitig wirbt Deutschland um sicherheitspolitische Kooperation, unter anderem im maritimen Bereich. Zwar wurden keine festen Verträge geschlossen, Indien plant jedoch gemeinsam mit Thyssenkrupp Marine Systems den Bau von sechs U-Booten im Wert von rund acht Milliarden Euro.
Am Rande des Besuchs unterzeichneten beide Seiten insgesamt 27 Absichtserklärungen, unter anderem zur Zusammenarbeit bei seltenen Erden, zur Nachwuchsförderung im Sport und zur gezielten Anwerbung von Fachkräften für Deutschland.
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