Söldner-König will Putin stürzen: Wer ist Jewgeni Prigoschin?
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Der Machtkampf um Moskau! Jewgeni Prigoschin, Chef der berüchtigten Wagner-Söldner, kämpft nicht mehr FÜR Putin, sondern GEGEN den Kreml. Wer ist der Mann, der Putin stürzen will?
Die wichtigsten Fakten
- Jewgeni Prigoschin, russischer Multi-Millionär und Putin-Vertrauter, hat sich gegen die russische Militär-Führung gewandt
- Prigoschin, der wegen seiner Anfänge als Restaurant-Besitzer oft als „Putins Koch“ bezeichnet wird, äußerte seine Bereitschaft, für seine Überzeugungen zu sterben, und erklärte, dass er nicht länger schweigen könne
- Prigoschins private Wagner-Truppen kämpften für Putin in der Ukraine – jetzt kämpfen sie gegen Moskau
- Söldnerführer wirft dem Verteidigungsminister Sergej Schoigu vor, seine Truppen mit Helikoptern und Raketen attackiert zu haben
- Kreml-Behörden ermitteln wegen bewaffnetem Aufstand gegen Prigoschin
„Wir sind alle bereit zu sterben“
In einer Audio-Botschaft hat Jewgeni Prigoschin, ein enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin, öffentlich angekündigt, dass er entschlossen ist, die Kremlführung zu stürzen. Prigoschin, Spitzname „Putins Koch“, hat die Welt mit seinen Worten überrascht: „Wir sind alle bereit zu sterben.“ Seit diese Worte ausgesprochen wurden, herrscht ein Machtkampf in Russland. Prigoschins Truppen haben die Grenze überschritten, durch Moskau rollen Kreml-Panzer wegen der Terror-Gefahr.
Bilder aus Rostow zeigen, wie die Wagner-Truppen in der Stadt vorrücken:

Der Mann hinter den Kulissen: Wer ist Jewgeni Prigoschin?
Jewgeni Prigoschin ist ein russischer Unternehmer und Milliardär, der enge Verbindungen zu Wladimir Putin unterhält. Beide eint die Herkunft: Prigoschin stammt wie Putin aus dem damaligen Leningrad, saß zu UdSSR-Zeiten wegen Diebstahl und Kinderprostitution im Knast. Nach dem Zusammenbruch des Sowjet-Reichs verkaufte er Hotdogs, dann begann sein sagenhafter Aufstieg.
Sein Restaurant „Alte Zollstation“ in St. Petersburg wurde zum Treffpunkt der Elite, auch Putin ging hier ein und aus. Durch seine Geschäftsbeziehungen gelang es ihm, Zugang zu hochrangigen politischen Kreisen zu erhalten, und er baute sich ein Netzwerk von einflussreichen Kontakten auf, bekam Staatsaufträge. Seine wohl zuverlässigste Geld-Druck-Maschine: Der Catering-Auftrag für das gesamte (!) russische Militär.
Prigoschin ist bekannt für seine Rolle bei der Gründung des „Internet Research Agency“, einer berüchtigten Trollfabrik, die für ihre Desinformationskampagnen während der US-Präsidentschaftswahlen 2016 verantwortlich gemacht wird.
Parallel zu seinem Treiben in Russland baute Prigoschin eine Privat-Armee auf: Die berüchtigte „Gruppe Wagner“, die in mehr als 30 Ländern grausam gekämpft haben soll. Ehemalige Mitglieder der Söldner-Truppe berichten von Kriegsverbrechen der Wagner-Milizen. Für Putin war die Gruppe in der Ukraine aktiv, vor allem im Kampf um die Stadt Bachmut.

Prigoschin war mit vor Ort in der Ukraine. Normalerweise führt er ein Luxusleben mit mehreren Villen, einer Jacht und einem Privatjet. Die Hochzeit seiner Tochter Polina wurde im St. Petersburger Palast der Familie Romanow gefeiert, einer der edelsten Adressen im ganzen Land.
Prigoschins Geständnis hat Fragen über die Stabilität des russischen Machtapparats aufgeworfen. Als enger Vertrauter Putins besitzt er Einblicke in die internen Abläufe des Kremls. Seine Bereitschaft, sein Leben für seine Überzeugungen zu opfern, deutet auf mögliche Spannungen und Machtkämpfe innerhalb des politischen Establishments hin. Analysten spekulieren über die Motive hinter Prigoschins unerwartetem Schritt und fragen sich, ob er möglicherweise von politischen Rivalen instrumentalisiert wird, um Putin zu destabilisieren.
Die Reaktionen in Russland
Prigoschins Aufruf hat den russischen Machtapparat in große Aufmerksamkeit versetzt. Putin hat am Samstagvormittag mit einer TV-Ansprache reagiert, er nannte die Entwicklung eine „tödliche Gefahr für Russland“. Er drohte: „Wir werden unsere Staatlichkeit vor jeder Gefahr verteidigen“. Putin werde „als Präsident alles tun, um das Land zu verteidigen“.

Prigoschin antwortete Putin wenig später, sagte, der Präsident irre sich zutiefst: „Wir sind Patrioten unseres Vaterlandes. Wir wollen nicht, dass das Land weiter in Korruption, Lüge und Bürokratie lebt.“ Die Männer, die Putin weiter unterstützen, nannte er „Schweinehunde“.
Gegen Prigoschin ermitteln die Behörden in Moskau wegen Aufrufs zu einem bewaffneten Aufstand. Der Inlandsgeheimdienst FSB hatte die Wagner-Söldner aufgerufen, Prigoschin festzusetzen. Der Kreml in Moskau teilte mit, dass Präsident Wladimir Putin fortlaufend über die Lage informiert werde.
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