Staatlich organisierte Spaziergänge sollen Frauen Angst vor dunklen Straßen nehmen
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Mit geführten nächtlichen Spaziergängen soll Frauen im Emsland die Angst in der Dunkelheit genommen werden. Die Veranstaltungen sind staatlich organisiert von insgesamt elf Kommunen und Städten. Neben dem Spaziergang soll auch erklärt werden, wie Frauen sich in der Nacht vor Angreifern verteidigen können.

Damit wirbt die Stadt Meppen für das „Nightwalken für Frauen“.
Staatliche Spaziergänge für Frauen in Niedersachsen
Elf Kommunen im niedersächsischen Landkreis Emsland organisieren eine nächtliche Spaziergangsreihe für Frauen, die sich in der Nacht unsicher fühlen. Unter dem Motto „Angstfrei durch die Nacht“ soll Frauen gezeigt werden, wie sie sich nachts vor Angreifern schützen und verteidigen können. Für vier Euro ergattert man einen Platz in der Gruppe rund um die „Nightwalk“-Gruppe für Frauen.
BKA Zahlen zeigen, dass Frauen sich zunehmend unsicher fühlen

Innenministerin Nancy Faeser (SPD) und BKA-Chef Holger Münch bei der Vorstellung der Zahlen im Jahre 2020.
Laut einer BKA-Studie aus dem Jahr 2022 fühlen sich Frauen im öffentlichen Raum deutlich unsicherer als Männer. Nachts in Bus und U-Bahn fühlen sich nur 33,3 Prozent der Frauen sicher, Männer hingegen sind bei fast 60 Prozent. Und auch auf der Straße fühlen sich Frauen zunehmend unsicherer. Neuere Zahlen wurden vom Bundeskriminalamt bislang nicht veröffentlicht. In der eigenen Wohngegend sind es 61 Prozent der Frauen, die sich sicher fühlen, bei den Männern hingegen sind es über 83 Prozent.
„Nightwalks“ im Emsland
Die „Nightwalks“ werden von den Gleichstellungsbeauftragten der jeweiligen Städte organisiert. Frauen ab 16 Jahren gehen gemeinsam durch schlecht beleuchtete Straßen. Dabei ist Trainerin Gaby Bothe und gibt dabei Hinweise zur Eigensicherung und erklärt, wie man sich im Ernstfall wehren kann. „Es ist jedoch kein Selbstverteidigungskurs mit körperlichem Training“, betont Koordinatorin und Gleichstellungsbeauftragte der CDU in Emsland Marlies Kohne.
Die nächtlichen Spaziergänge sollen laut Anbieterin dazu beitragen, innere Sicherheit und Selbstvertrauen zu stärken und die eigene Körpersprache zu schärfen. Die Routen sind vorab geprüft und beleuchtet, führen aber bewusst auch durch ein bis zwei dunklere Passagen. Voraussetzung für die Teilnahme ist vor allem die Bereitschaft, „sich selbst wieder näherzukommen“. Parallel dazu zeigen die Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik: Im vergangenen Jahr stiegen Sexualdelikte bundesweit deutlich an (+9,3 Prozent).
In Berlin kommt es pro Tag alleine in der Hauptstadt zu 20 Sexualverbrechen pro Tag. Dabei registrierten die Behörden 2024 mit 7.475 „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ einen neuen Höchststand. Alleine in Berlin waren 38 Prozent der Tatverdächtigen bei Sexualdelikten nicht deutsch. Insgesamt identifizierte die Polizei 4.590 Tatverdächtige. Besonders hoch war der Anteil Nichtdeutscher unter anderem bei schwerer sexueller Nötigung (75 Prozent) sowie bei sexuellen Übergriffen/Belästigungen mit jeweils 50 Prozent.
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