Taschenuhr aus der „Titanic“ für 2 Millionen Euro versteigert: Bewegendes Zeugnis einer Liebe
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Nie hat ein Gegenstand aus dem Wrack der 1912 untergegangenen „Titanic“ einen höheren Preis erzielt als diese goldene Taschenuhr. Sie gehörte dem Ehepaar Isidor und Ida Straus und wurde jetzt in London für über 2 Millionen Euro (1,78 Millionen Pfund) versteigert.

Die goldene Taschenuhr, die aus dem Wrack der Titanic geborgen wurde, erzielte nicht nur einen Rekordpreis, sondern legt vor allem Zeugnis einer großen Liebesgeschichte ab.
Der Auktionator vom Auktionshaus Henry Aldridge erklärte, der Rekordpreis sei auch Ausdruck des Respekts für die „ultimative Liebesgeschichte“ des Ehepaars, das nach 41 Jahren gemeinsamen Jahren lieber in den kalten Fluten des Atlantiks starb, als sich trennen zu lassen.
Die Uhr blieb exakt um 2 Uhr 20 stehen
Es ist das bewegende Zeugnis einer großen Liebe, deren Ende minutengenau dokumentiert ist. Die 18-karätige Jürgensen-Taschenuhr blieb um 2 Uhr 20 stehen – es war der Zeitpunkt, als die „Titanic“ im Nordatlantik verschwand. Der Luxusdampfer war am 14. April 1912 gegen 23:45 Uhr rund 550 Kilometer südöstlich von Neufundland mit einem Eisberg kollidiert. Das damals mit 269 Metern Länge größte Passagierschiff der Welt sank in etwas mehr als zweieinhalb Stunden und riss rund 1.500 Menschen mit in den Tod.

Die Titanic war ein luxuriöses Passagierschiff der Reederei White Star Line, das am 10. April 1912 von Southampton nach New York auslief und am 15. April 1912 nach einer Kollision mit einem Eisberg südlich von Neufundland sank.
Diese Taschenuhr ist eigentlich nicht mit Geld zu bezahlen. Sie ist ein Mythos, sie steht für die Liebe eines Paares, das im Angesicht des Untergangs zusammenbleibt.
Symbol eines deutsch-jüdischen Aufstiegs
Isidor Straus wurde 1845 im pfälzischen Otterberg in einer jüdischen Familie geboren. Er emigrierte 1854 in die USA. In New York verkaufte Vater Lazarus Geschirr und Porzellan, im Untergeschoss des Kaufhauses Macy’s. 1896 ging das Kaufhaus in den Besitz der Familie über.
1888 – darauf deuten die Gravur und die Firmenchronik hin – schenkte Ida ihrem Mann Isidor die Uhr, die nun versteigert wurde. Sie ist mit seinen Initialen graviert und trägt das Datum seines 43. Geburtstages. Die Emigranten aus der Pfalz waren zum Symbol eines deutsch-jüdischen Aufstiegs in den USA geworden. Isidor Straus wurde erfolgreicher Unternehmer, kurzzeitig Kongressabgeordneter für New York, Teil der New Yorker Elite, deren Namen an Fassaden und bei Plätzen der Stadt zu finden sind.

Isidor und Ida Straus wollten sich nicht trennen lassen.
„Frauen und Kinder zuerst“ – Ida wollte nicht ohne ihren Mann gehen
Ihr schillerndes Leben endete auf der „Titanic“. Und die letzten Stunden des Ehepaars sind erstaunlich genau dokumentiert. Mehrere zeitgenössische Berichte, später zusammengefasst von Historikern, schildern, wie Ida Straus nach der Regel „Frauen und Kinder zuerst“ einen Platz im Rettungsboot angeboten bekam. Als der diensthabende Offizier dann auch Isidor einen Platz zugestehen wollte, lehnte dieser ab: Er gehe nicht vor anderen Männern. Ida wiederum weigerte sich, ohne ihren Mann zu gehen. Von ihr ist der Satz überliefert: „We have lived together for many years. Where You go, I go.“ So gehörte das wohlhabende Paar zu den wenigen Passagieren der ersten Klasse, die bei dem Unglück den Tod fanden.
Zeugen berichten, man habe die beiden zuletzt Arm in Arm an Deck gesehen. James Cameron inszenierte die beiden als ikonisches älteres Paar, das im Bett liegt, während das Wasser in die Kabine strömt.
Die Leiche von Isidor Straus wurde später vom Kabelschiff „Mackay-Bennett“ geborgen. In seinem Mantel fand man die Taschenuhr, die exakt auf 2 Uhr 20 Uhr stand. Die Uhr und andere persönliche Gegenstände wurden der Familie Straus zurückgegeben und blieben über Generationen in ihrem Besitz. An der Beerdigung von Isidor Straus sollen Zehntausende Menschen in New York teilgenommen haben. Später wurde an der Kreuzung Broadway/ 107th Street ein Straus-Denkmal eingeweiht. Die Leiche seiner Frau wurde nie gefunden.
So bleibt eine Taschenuhr das Sinnbild einer großen Liebe. Die Liebe des Ehepaares Straus, das ohne einander nicht leben wollte.
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