Tausende Flüchtlinge am Tag: Lampedusa wird überrannt
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- Lampedusa hat wegen der hohen Zahl an Migranten auf der Insel den Notstand ausgerufen.
- Am Dienstag kamen mehr als 5000 Menschen an – so viele wie noch nie an einem Tag.
- In dem einzigen Aufnahmezentrum gibt es nur 450 Betten, 6800 Migranten befinden sich auf der Insel.
Chaos und Notstand in Lampedusa!
Immer mehr Migranten erreichen mit Booten die italienische Mittelmeerinsel, seit Wochenbeginn sind es bereits mehr als 8000, allein am Dienstag kamen mehr als 5000 Menschen an.
Die Bürger der kleinen Insel sind verzweifelt, es muss dringend eine Lösung gefunden werden. Bürgermeister Filippo Mannino verlangt mehr Unterstützung: „Jeder hat in irgendeiner Weise den Migranten geholfen, die Hilfe brauchten. Aber jetzt ist es wirklich an der Zeit, nach einer strukturellen Lösung zu suchen“.

In dem maßlos überfüllten Lager der Insel, das eigentlich nur für 400 Menschen ausgelegt ist, spitzte sich am Mittwochabend die Lage zu.

Bei der Verteilung von Lebensmitteln und Getränken kam es Berichten zufolge zu chaotischen Zuständen.
Ein „Akt des Krieges“
Italiens Vize-Regierungschef Matteo Salvini bezeichnete die Ereignisse als einen „Akt des Krieges“. „Es ist keine spontane Episode, sie ist offensichtlich organisiert, finanziert und vorbereitet“, sagte der Politiker der rechtspopulistischen Lega-Partei am Mittwochabend bei einer Veranstaltung vor Journalisten.

In dem Erstaufnahmelager halten sich derzeit rund 6800 Menschen auf. In der Kommune Lampedusa, zu der auch die Nachbarinsel Linosa gehört, gibt es knapp 6500 Einwohner (Stand Juli 2023).

Ein schrecklicher Unfall ereignete sich in der Nacht zum Mittwoch: Ein erst fünf Monate altes Kind ertrank bei der Ankunft auf der Insel. Der Säugling fiel ins Wasser, als die Küstenwache 46 Migranten von einem Boot an Land bringen wollte.

Mit rund 20 Quadratkilometern ist Lampedusa in etwa nur so groß wie die deutschen Nordseeinseln Amrum oder Langeoog.
Auch am Hafen war die Lage dramatisch. Hunderte Migranten versuchten nach übereinstimmenden Medienberichten, den Hafen zu verlassen und Absperrungen zu durchbrechen. Wie auf Videos zu sehen war, drängte die Polizei die Menschen zurück.

Das italienische Rote Kreuz warnt vor einer humanitären Krise.

Das Innenministerium in Rom zählte in diesem Jahr 107.530 Menschen (Stand 25. August), die auf Booten Italien erreichten – mehr als im gesamten vergangenen Jahr.
Sehen Sie hier das NIUS Original: Lampedusa. Der Ort, an dem Europa stirbt
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