U-Boot-Drama: Kanada will Todes-Rätsel der „Titan“ lösen
Menschliches Versagen, technische Probleme oder doch etwas ganz anderes? Die Welt rätselt, wie es zur „Titan“-Tragödie kommen konnte. Kanada will der Sache nun auf den Grund gehen!
Es war das Drama der vergangenen Woche: 5 Männer in einem Mini-U-Boot auf dem Weg zum Wrack der Titanic – einfach vom Radar verschwunden. Mittlerweile ist klar: Die Besatzung ist tot, die „Titan“ implodierte. Alle Hoffnung, von Klopf-Geräuschen bis Stoßgebeten, war umsonst. Die kanadische Verkehrssicherheitsbehörde (TSB) sagte jetzt, man werde „eine Sicherheitsuntersuchung zu den Umständen des Einsatzes durchführen“. Die von dem Privatunternehmen Oceangate betriebene „Titan“ war von einem unter kanadischer Flagge fahrenden Mutterschiff an ihren Einsatzort gebracht worden. Deswegen ist Kanada für die Ermittlungen zuständig.

Die TSB entsandte eigenen Angaben zufolge ein Team von Ermittlern nach St. John's, Neufundland und Labrador. Sie sollen Informationen sammeln, Interviews führen und den Vorfall bewerten. In den kommenden Tagen sollten Aktivitäten mit anderen beteiligten Stellen koordiniert werden, hieß es weiter.
Grab in 3800 Metern Tiefe
Nach dem Verschwinden der „Titan“ am vergangenen Sonntag hatte die US-Küstenwache mit Hilfe vor allem von kanadischen Kräften rund 700 Kilometer südlich der kanadischen Insel Neufundland eine großangelegte Suche gestartet. Gerade einmal knapp 500 Meter vom Bug des «Titanic»-Wracks entfernt wurden Trümmer des Gefährts entdeckt. Damit war klar: Die fünf Insassen, unter ihnen Oceangate-Chef Stockton Rush, waren tot. Alles deutet darauf hin, dass der Rumpf des Boots dem enormen Wasserdruck nachgegeben hat und implodiert ist.
Die „Titanic“ liegt in rund 3800 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund. Der Luxusdampfer war im Jahr 1912 untergegangen. Etliche Mythen ranken sich um das damals größte Schiff der Welt. Nun ist der Mythos „Titanic“ um ein trauriges Kapitel reicher.
Rescuers have found 'five major' parts of the destroyed Titan sub https://t.co/5ayjVXgLv1 pic.twitter.com/FcNRt8OstC
— Daily Mail Online (@MailOnline) June 23, 2023
Nach Angaben verschiedener Experten hatten die Entwickler und Betreiber des Tauchboots anerkannte Standards umgangen und Warnungen missachtet. Medienberichten zufolge warnte schon 2018 ein Brief der Organisation Marine Technology Society (MTS) vor dem experimentellen Charakter des touristischen Angebots, und dass die Fahrten in einer Katastrophe enden könnten. Der britische frühere U-Boot-Kapitän Ryan Ramsay hatte der Nachrichtenagentur PA gesagt, womöglich sei die Luke, die von außen mit 17 Schrauben verschlossen werden musste, defekt gewesen. Eine andere Möglichkeit sei, dass es zuvor einen Defekt im Druckkörper selbst gegeben habe.
Was es auch die Ursache war: Es bringt die fünf Toten nicht zurück zu ihren Familien …
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