Fast zwei Drittel der Deutschen haben Angst vor Extremwetter – daran hat auch die Regierung ihren Anteil
- Laut einer Umfrage hat eine Mehrheit der Deutschen Angst vor Fluten und Bränden.
- Und übt Kritik an der Bundesregierung.
- Die wiederum hat selbst einen beachtlichen Anteil an der Stimmung im Land.
Extreme Wetterereignisse treffen derzeit den Süden Europas, sind aber auch in Deutschland immer häufiger. Einer Umfrage zufolge haben knapp zwei Drittel der Erwachsenen hierzulande (61 Prozent) Angst vor Ereignissen wie Fluten, Tornados, Waldbränden oder extremer Hitze in Deutschland.
Die Organisation Campact – ein Verein für progressive Politik und Kampagnen – hat die Umfrage beim Meinungsforschungsinstitut Yougov in Auftrag gegeben.
42 Prozent fürchten demnach, dass sie selbst von Extremwetterereignissen in Zukunft betroffen sein könnten. 2 Prozent gaben demnach an, schon betroffen gewesen zu sein.

Überschwemmte Straßen in Berlin
Über die Hälfte der Befragten (56 Prozent) sagt laut Umfrage, dass die Bundesregierung klimapolitisch zu wenig tue, um die Menschen in Deutschland vor Extremwetter zu schützen. 30 Prozent glauben, dass der Schutz ausreichend sei.
Diese Regierung tut das Ihrige dazu, dass – bei allen berechtigten Sorgen wegen außergewöhnlichen Wetterlagen – im Land eine derartige Angst herrscht. Regelmäßig überbieten sich Politiker mit alarmistischen Äußerungen. Allen voran Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Der warnte unlängst vor „jedes Jahr zwischen 5.000 und 20.000 Hitzetoten“. Es zeigte sich: Das war völlig übertrieben.
Eine ähnliche Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zeigt, dass fast ein Drittel der Bürgerinnen und Bürger auch eigene Konsequenzen aus den Folgen der extremen Wetterereignisse ziehen wolle.

Minister Lauterbach
So möchten 30 Prozent der Befragten künftig seltener oder gar keinen Urlaub im Mittelmeerraum machen, um keine große Hitze oder Waldbrände zu erleben. 37 Prozent der Befragten haben dagegen nicht über Konsequenzen für sich nachgedacht.
Auch dazu gibt es Warnungen Lauterbachs. Er sagte über Europas Süden: „Wenn es so weitergeht, werden diese Urlaubsziele langfristig keine Zukunft haben. Der Klimawandel zerstört den Süden Europas. Eine Ära geht zu Ende.“ Aus Italien bekam er dafür heftigen Gegenwind.
Derzeit beobachtet die Reisebranche aber noch kein neues Verhalten. So sagte etwa der Präsident des Deutschen Reiseverbandes DRV, Norbert Fiebig: „Aktuell zeigt sich keine Veränderung im Buchungsverhalten aufgrund der langanhaltenden Hitzewelle im Süden Europas.“

In der griechischen Ortschaft Kiotari stehen zwei ausgebrannte PKW am Strand
Beliebte Reiseländer in Südeuropa ringen in diesem Sommer mit großen Hitzewellen, Trockenheit und heftigen Waldbränden. Auf Mallorca, der deutschen Reisehochburg schlechthin, stieg das Thermometer auf weit über 40 Grad. Andere Gebiete Südeuropas erreichten sogar über 45 Grad. In Griechenland waren in den vergangenen Wochen zahlreiche Hektar Wald, Buschland und landwirtschaftlich genutzte Regionen von Feuern zerstört worden. Besonders schlimm hatte es die Insel Rhodos und die Region um den mittelgriechischen Ort Anchialos erwischt.
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Wenn es darum geht, insgesamt mehr für den Klimaschutz zu tun, liegt laut Umfrage eine Änderung des eigenen Kaufverhaltens weit vorne. 29 Prozent der Befragten gaben an, mehr für Klimaschutz tun zu wollen. Konkret könnten sich 77 Prozent von ihnen vorstellen, sich klimabewusster zu ernähren, also beispielsweise mehr saisonale und lokale Produkte zu kaufen. Dahinter liegt seltener Auto zu fahren (61 Prozent) und seltener zu fliegen (56 Prozent).
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