Verfassungsschutz zahlte wohl Millionen an Stasi-Agenten
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Erst diese Woche feierte die Bundesrepublik den Tag der Deutschen Einheit. Jetzt wird bekannt, dass der Verfassungsschutz nach dem Mauerfall 1989 mehr als 1,4 Millionen D-Mark an Stasi-Mitarbeiter der DDR gezahlt haben soll.
Das berichtet der Spiegel und bezieht sich auf den Historiker Michael Wala, der eine Überläuferliste veröffentlicht hat. Diese ist aus dem August 1998. Demnach soll Eberhard Lehmann, jahrelang Stellvertretender Leiter der Stasi mit 131.442 DM am meisten erhalten haben. Seine Hinweise führten damals zur Verurteilung des Hamburger CDU-Politikers Gerd Löffler, der ein Doppelleben als DDR-Agenten führte.
Die Zahlungen widersprechen der Mythos, dass Stasi-Agenten ideologisch gefestigt und für materielle Anreize nicht empfänglich gewesen sein sollen.

Die Stasi war in der DDR Nachrichtendienst und Geheimpolizei.
Auch Ralph-Dieter Schlunzig, Mitarbeiter der Hauptabteilung III (Funkaufklärung/Funkabwehr) bekam mehr als 100.000 DM. Er war Mitarbeiter der Hauptabteilung drei und lieferte Disketten mit 4000 Datensätzen über Mitarbeiter westdeutscher Geheimdienste und der CIA, wie der Spiegel berichtet.
Aber die Stasi-Mitarbeiter ließen sich anscheinend auch mit weniger Geld bestechen. Ein Agent mit dem Decknamen „Konus“ habe demnach 100 DM erhalten.
Laut Recherchen des Spiegel sollen sich insgesamt 177 Mitarbeiter der DDR-Nachrichtendienste bis zum Herbst 1990 beim Verfassungsschutz und bei anderen Sicherheitsbehörden angeboten haben. Weitere 86 kooperierten anschließend.
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