Von Sommertrauma bis Sommerinterview: So begann der Tag bei NIUS LIVE
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„Hörst Du Gruppe oder Mann, rette sich wer kann“ und „Schwurbeln, Scholzen, grätschen“ – das waren nur zwei der kernigen Aussagen in der heutigen Sendung von NIUS-Live, dem inzwischen populärsten Nachrichtenpodcast bei Spotify.
Zu Gast im Studio beim neu eingewechselten Moderator Christian Opitz: NIUS-Reporter Julian Reichelt und Sportkommentatoren-Legende Waldemar Hartmann, die sich den Ball etwas gekonnter zuspielten als die deutsche Mannschaft am gestrigen Abend.

Das NIUS-LIVE-Gespann am Montagmorgen: Waldemar Hartmann, Julian Reichelt und Christian Opitz (v.l.n.r)
Einstieg war eine Bestandsaufnahme des traditionellen „Sommerinterviews“ – und die Anführungszeichen sind hier bewusst gesetzt – da man es Kanzler Olaf Scholz noch nicht einmal übelnehmen kann, keine Antworten auf die wichtigsten Fragen, die das Land und seine Bürger umtreiben, zu liefern. Warum? Die Fragen wurden nicht gestellt!
„Das Gute ist, dass sich ARD-Zuschauer nicht umstellen mussten“, kommentierte Julian Reichelt dies trocken und führte später aus: „Der Aufstieg des Islam ist das, was Menschen in Deutschland die meiste Sorge bereitet.“
Aber weder dieses „I“-Wort, noch das thematisch mit ihm verbundene „M“-Wort (das mit „igration“) endet, waren im Fragenkatalog, aber zumindest das Bürgergeld für Ukrainer füllte die „B“-Kategorie für ganze 60 Sekunden.

Scholz beim Sommerinterview der ARD
Der ARD fehlt der Nachfrage-Reflex
Dies, nachdem uns das Wochenende ein weiteres Panoptikum an Gewalttaten bescherte, die Reichelt mit dem schmissigen Satz „Hörst Du Gruppe oder Mann, rette sich wer kann“ zusammenfasste, während Fußball-Profi die Nicht-Antworten des Kanzlers gewohnt sportlich und treffend mit „Schwurbeln, Scholzen, Grätschen“ beschrieb.
Dass dies kein einfaches Versäumnis, sondern stattdessen Programm ist, brachte Reichelt auf den Punkt: „Jeder normale Mensch hätte den Reflex zu sagen: ‚Moment Mal. Ich möchte jetzt wissen, was Sie denken. Sie sind doch der Bundeskanzler‘. Dieser Reflex ist in der Maschine Öffentlich-Rechtlicher-Rundfunk mühsam abgeschliffen worden.“
Dass Scholz sich zwar für eine Wehrpflicht ausspricht, diese aber nicht ableisten würde, wäre er noch im wehrfähigen Alter, war ein weiterer Themenpunkt, bei dem zumindest eines unstrittig war: Fordern und verweigern passen deutlich weniger zusammen als Fordern und Fördern.
Hinzu kam ein kurzer Einspieler von NIUS-Politikchef Ralf Schuler, der in Hamburg zugegen war, als dem argentinischen Präsidenten Javier Milei mit der Medaille der Friedrich-August-v.-Hayek-Gesellschaft ausgezeichnet wurde.

Javier Milei wurde in Hamburg mit einer Medaille ausgezeichnet.
Es mag vieles an Herrn Milei geben, was man mit Stirnrunzeln betrachten könnte – von der Frisur, bis zum Klonen seiner Hunde und der Kettensäge als Wahlkampfinstrument – aber seine Politik scheint schlimmstenfalls „interessant“ und bestenfalls ein Vorbild für Christian Lindner zu sein, von dem sich Reichelt wünschte, dass er die Kettensäge vielleicht auch mal rausnimmt und auf den deutschen Sozialhaushalt anwendet, was Hartmann klar bestätigte.
Deutschland bei der EM keine Top-Favorit
Auch der Fußball kam nicht zu kurz, auch wenn „Waldi“ Hartmanns Analyse des gestrigen Spiels nicht gerade hoffnungsstimmend war: „Wir sollten nie vergessen. Das gegen Frankreich und Holland waren Testspiele. Auch für die anderen.“ Sagte er sachlich und trocken und gab noch einen Wermutstropfen hinzu: „Zu den Top-Favoriten gehören wir nicht.“ Was unsere nächsten potentiellen Kontrahenten in der EM angeht, hofft er eher auf England als auf Dänemark, da er erstere als leichter zu schlagenden Gegner einstuft.
„Das Auffälligste, wenn Du durch Deutschland fährst: die Fahnen an den Autos sind verschwunden“, kommentierte Reichelt die momentane Fußballstimmung im Lande, die ja inzwischen von einem griechischen Chorus aus dem Ausland begleitet wird, dessen einzige Dissonanz darin besteht, welche deutsche Stadt das größere „Shithole“ darstellt: Gelsenkirchen oder Duisburg. Auch kein Wunder, wenn die Berliner Polizei nun öffentlichkeitswirksam nach Menschen fahndet, die „Döp-Döp-Döp – Döp“ summen und man die aktuelle deutsche Fahne ungefähr so häufig in Supermärkten kaufen kann, wie die vorherige.
Und auch das Klima fehlte nicht, weil Waldi Hartmann auf einen großen Unterschied zwischen dem Sommertrauma 2024 und dem Sommermärchen 2006 hinwies: das Wetter. Damals hui, heutzutage pfui. Aber mit einer guten und originellen Erklärung: „Uns fehlt Franz Beckenbauer. Denn der liebe Gott kennt Philipp Lahm nicht.“
Sicherlich ein Thema für weiteres spannende Sendungen von NIUS-Live, der Nummer Eins auf Spotify.
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