Vor allem Industrie-Betriebe sterben: 176.000 Unternehmen geben auf!
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Diese Entwicklung ist höchst bedenklich: Im Jahr 2023 ist es in Deutschland zu einem wahren Unternehmenssterben gekommen. Die meisten Firmen resignieren im Stillen. Experten sind alarmiert.
Insgesamt schlossen neuen Daten zufolge im vergangenen Jahr in Deutschland rund 176.000 Unternehmen und damit 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervor.

Eines von Zehntausenden Beispielen: Apotheke in Dortmund, Mitte Mai 2024
Nur 11 Prozent der Schließungen waren Folge eines Insolvenzantrags. Industrieunternehmen mussten besonders oft aufgegeben. Im Baugewerbe stieg die Zahl der Schließungen um 2,4 Prozent auf 20.000. Im verarbeitenden Gewerbe schlossen 11.000 Firmen, ein Anstieg um 8,7 Prozent und der höchste Stand seit dem Jahr 2004. Die industrielle Basis schwinde, heißt es in der Studienauswertung.
„Schließungen treffen den Kern unserer Volkswirtschaft“
Im Handel sank die Zahl der Schließungen um knapp 1 Prozent auf rund 37.000 Firmen. Bei den konsumnahen Dienstleistern, zu denen unter anderem das Gastgewerbe, das Grundstücks- und Wohnungswesen, Krankenhäuser, Arztpraxen, Friseure oder Reinigungen zählen, gaben gut 51.000 Unternehmen auf und damit 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Sonstige Branchen wie beispielsweise Post und Verkehr oder Bergbau wurden in der Studie nicht im Detail analysiert.

Auch dieses Modegeschäft in Hamburg hat aufgegeben.
„Verwaiste Ladenlokale und leere Schaufenster treffen die Menschen in ihrer Umgebung wirtschaftlich und auch emotional“, sagte Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung. „Die Schließungen in der Industrie aber treffen den Kern unserer Volkswirtschaft.“ Hohe Energie- und Investitionskosten, unterbrochene Lieferketten, Personalmangel und politische Unsicherheit seien für die Wirtschaft ein toxischer Cocktail.

Stralsund, November 2023 – eine von 176.000 Unternehmensschließungen im vergangenen Jahr.
Sorgen bereitet den Experten, dass es vor allem forschungsintensive Firmen – etwa aus der Chemie- und Pharmaindustrie oder dem Maschinenbau – treffe. Der Effekt sei dort zudem besonders stark, weil den Schließungen stagnierende Gründungen gegenüberstünden, erläuterte ZEW-Expertin Sandra Gottschalk. „Wenn der Bestand nicht nachwächst, steigt die Zahl der Schließungen überproportional“. Das Schrumpfen forschungsintensiver Branchen sei keine gute Voraussetzung für notwendige Innovationen, die die Grundlage zukünftiger Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und für Wachstum seien, hieß es in der Studie.
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