Wegen Angst vor Pfeifkonzert: Kanzler Scholz spricht nicht auf Trauerfeier für Beckenbauer
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Es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit in einem normalen Land: Der Bundeskanzler spricht auf der Trauerfeier für Franz Beckenbauer, dem wohl größten deutschen Sportler aller Zeiten. Doch nicht so in Deutschland! Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wird der Bundeskanzler dem Rednerpult fernbleiben. Der Grund: die Angst der Veranstalter vor einem möglichen Pfeifkonzert.
Schon kürzlich wurde der Bundeskanzler bei einem Auftritt der Handballnationalmannschaft ausgepfiffen. Dies soll sich nicht wiederholen. Deshalb werde der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier – auf Wunsch der Witwe Beckenbauers – sprechen. Die Rede soll etwa zehn Minuten dauern, für die Trauerfeier hat Steinmeier extra Termine verschoben, wie die SZ berichtet. Auch Bayern-Größen sollen ihre politischen Kontakte genutzt haben, um den Bundespräsidenten für die Rede zu gewinnen. Scholz werde zwar als Gast anwesend sein, aber selbst nicht das Wort ergreifen.

Die Mannschaft des FC Bayern München bei der Trauerminute für Franz Beckenbauer.
Dem Zeitungsbericht zufolge soll auch der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter eine Option für eine Ansprache gewesen sein, aber man wollte politische Reden begrenzen. Neben Steinmeier wird zudem der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sprechen. Weitere Reden werden von Herbert Hainer und Uli Hoeneß erwartet.
Bundeskanzler Scholz erlebt derzeit historisch niedrige Zustimmungswerte und massive Proteste gegen seine Regierung. Beckenbauer hatte eine besondere Beziehung zu Gerhard Schröder, Scholz’ Vorgänger, der auf Wunsch der Familie an der Trauerfeier teilnimmt. Schröder erinnerte sich kürzlich an gemeinsame Bemühungen mit Beckenbauer, die Fußball-WM 2006 nach Deutschland zu holen.
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