Weimer Group weist Vorwürfe dreist zurück: Kritik stammt „aus rechten Kreisen und erklärt sich damit“
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Mit einer dreisten Behauptung watscht die Weimer Media Group die Vorwürfe von Apollo News ab. Jene Vorwürfe, die bei der bayerischen Landesregierung bereits zu einem eingeleiteten Compliance-Verfahren geführt haben.
Die Weimer Media Group, zur Hälfte im Besitz von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, sieht sich nach Recherchen von Apollo News mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Das Nachrichtenmedium hatte nachgewiesen, dass der Verlag beim Ludwig-Erhard-Gipfel (LEG) am Tegernsee gegenüber Unternehmern mit Angeboten wirbt, die ihnen einen besonderen Zugang zu Regierungsmitgliedern ermöglichen sollen. In den Unterlagen heißt es unter anderem, der Gipfel biete „Einfluss auf politische Entscheidungsträger“ sowie „Premiumvernetzung in entspannter Atmosphäre am Tegernsee“. Bis zu 80.000 Euro kosten solche Zugänge.
„Die Kritik am LEG aus rechten Kreisen ist notorisch und erklärt sich damit“
Die Weimer Media Group hat der Berliner Zeitung zufolge dazu nun Stellung genommen. Sie weist die Vorwürfe kategorisch zurück. Der Verlag betont, man verkaufe keinen politischen Zugang: „Speaker, die auf der Bühne auftreten, hinterlassen einen Eindruck auf ihre Zuhörer, auch auf anwesende Politiker. Das ist das Grundprinzip einer Konferenz“, heißt es in der Erklärung. Ob Gespräche zwischen Gästen und Politikern zustande kämen, entscheide sich ausschließlich vor Ort. „Anderweitige Unterstellungen weisen wir entschieden zurück.“
Verlegerin Christiane Goetz-Weimer behauptet darüber hinaus, der Ludwig-Erhard-Gipfel sei seit vielen Jahren eine Veranstaltung der politischen Mitte. „Seit Jahren versuchen AfD-Politiker vergeblich, zum Gipfel eingeladen zu werden. Die Kritik am LEG aus rechten Kreisen ist notorisch und erklärt sich damit“, so Goetz-Weimer.

Das Kerngeschäft der „Weimer Media Group“ besteht im Vermitteln politischer und wirtschaftlicher Kontakte.
Söder nimmt Vorwürfe ernst
Bemerkenswert ist diese Verteidigung gleich in mehrfacher Hinsicht: Die von Apollo News veröffentlichten Dokumente stammen nicht aus „rechten Kreisen“, und die Nachrichtenseite ist auch kein dezidiert rechtes Medium. Zudem hat die Bayerische Staatsregierung am Montag ein Compliance-Verfahren eingeleitet, um zu prüfen, ob der Ludwig-Erhard-Gipfel weiterhin finanzielle Unterstützung aus dem Staatshaushalt erhalten darf. In der Begründung verweist die Regierung ausdrücklich auf die aktuellen Medienberichte. Bedeutet: Die Weimer Media Group weist nachweisliche Tatsachen, die bereits zu Regierungshandeln geführt haben, schlicht zurück.
Der Gipfel gilt seit Jahren als prominente Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Politik. Für die Ausgabe im April 2026 angekündigt sind unter anderem Ministerpräsident Markus Söder, Landtagspräsidentin Ilse Aigner sowie die Bundesminister Katherina Reiche (Wirtschaft), Alois Rainer (Landwirtschaft), Dorothee Bär (Forschung) und Thorsten Frei (Kanzleramt). Auch CDU-Chef Friedrich Merz war in den vergangenen Jahren regelmäßig vertreten. NIUS hat die Politiker um Stellungnahmen gebeten. Die Antworten stehen noch aus.
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