1.000 Migranten in 2 Tagen: Lampedusa verzeichnet Massenankünfte am Wochenende
Erschreckende Zahlen von der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa: Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet, sind dort rund 1.000 Migranten in zwei Tagen angekommen. Demnach sollen in der Nacht zum Sonntag 277 Menschen in sechs Booten von der italienischen Küstenwache auf die Insel gebracht worden sein. Am Samstag kamen knapp 718 Menschen in 27 Booten an.
Die Migranten stammten aus dem Kongo, der Elfenbeinküste, Burkina Faso, Kamerun, Guinea, Nigeria, dem Senegal und Mali, meldete Ansa. Sie gaben demnach an, von den tunesischen Küstenstädten Sfax, Gabès und Mahdia abgefahren zu sein. Aktuell führt die Fluchtroute der meisten afrikanischen Flüchtlinge über Tunesien – auch, weil Libyen als gefährlich gilt und von Italien davon angehalten wird, die Überfahrt von Migranten zu verhindern. Erst jüngst verhandelte die Europäische Union ein Abkommen mit Tunesien, das die Migration stoppen soll.

Immer wieder greift die Küstenwache Migranten in Seenot auf – hier im April.
Das Erstaufnahmelager von Lampedusa, der sogenannte „Hot Spot“, ist laut Ansa überfüllt. In dem für 400 Menschen ausgerichteten sogenannten Lager befinden sich zurzeit mehr als 2.000 Menschen. Mit Fähren sollen Hunderte Menschen von den italienischen Behörden nach Sizilien gebracht werden.
Immer wieder kommt es bei den Versuchen von Migranten, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen, zu Bootsunglücken. Das Innenministerium in Rom zählte in diesem Jahr mehr als 96.300 Menschen, die auf Booten Italien erreichten. Im Vorjahreszeitraum waren es knapp 45.700. Im April hat Giorgia Melonis Regierung deshalb einen „Ausnahmezustand“ verhängt.
Sehen Sie die ganze NIUS Originals-Reportage „Lampedusa. Der Ort, an dem Europa stirbt“:
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