ACAB: All Cops Are Beautiful – Eine Liebeserklärung
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Es gibt ein Akronym, das in den vergangenen Jahren immer häufiger auf Hauswänden, in sozialen Medien und sogar auf Plakaten zu sehen ist: ACAB! Die meisten von Ihnen wissen wahrscheinlich, was die Abkürzung ausdrückt, und deshalb sollten wir ihre Bedeutung neu definieren.
Wer die Meinung „All Cops Are Bastards!“ vertritt, ist entweder zu dumm oder zu privilegiert. Ich kenne wohlhabende Menschen, deren Kinder stolz „ACAB“-Pins zur Schau tragen, obwohl sie die Ersten wären, die heulend nach der Polizei rufen, wenn eines ihrer teuren Retro-Rennräder verschwinden würde. Gerade unter Jugendlichen scheint es hip zu sein, Polizisten zu hassen, was nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass sich TikTok zur wichtigsten Informationsquelle für jüngere Generationen entwickelt hat. Selbst das öffentlich-rechtliche Medienangebot für Teens scheint ausschließlich darauf abzuzielen, eine Generation überempfindlicher Couch-Aktivisten heranzuzüchten, die jegliche Form von Autorität ablehnt.

Autor Ahmet Iscitürk appelliert für mehr Liebe statt Pflastersteine für unsere Freunde und Helfer.
In meiner fünf Jahrzehnte umspannenden Lebenszeit habe ich viele Polizisten kennengelernt. Die meisten von ihnen waren anständige Menschen, die sich täglich den Schattenseiten unserer Gesellschaft entgegenstellen und dafür nicht Lob, sondern immer mehr Verachtung ernten. Ich habe Polizisten erlebt, die in der Fußgängerzone herzliche Gespräche mit Obdachlosen führen, während der Rest von uns den Blickkontakt mit ihnen meidet. Es mag paradox klingen, aber selbst Junkies, mit denen ich ins Gespräch kam, bezeichneten die Polizei als Freund und Helfer, weil niemand sonst für sie da ist, wenn ihnen Unrecht widerfährt.
Heuchelei und Ignoranz
Jedes Mal, wenn ein Flüchtling unschuldige Menschen tötet, werden wir dazu ermahnt, nicht zu verallgemeinern und den Gewaltausbruch als bedauerliche Einzeltat eines geistig Verwirrten zu betrachten. Wendet ein Polizeibeamter übertriebene Gewalt an, sitzen aber sofort alle Polizeibehörden unseres Planeten auf der Anklagebank. Natürlich gibt es Ordnungshüter, die ihre Macht missbrauchen und Menschenrechte verletzen, aber deshalb sollte man nicht alle von ihnen über einen Kamm scheren.
Polizisten sind gezwungen, in potenziell lebensbedrohlichen Situationen blitzschnelle Entscheidungen zu treffen. Deshalb haben sie auch ein höheres Risiko, psychische Probleme wie Depressionen und posttraumatische Belastungsstörungen zu entwickeln. Die Mehrheit der Polizisten, die während eines Einsatzes schwerwiegende Fehler begehen, tun dies nicht vorsätzlich. Es gibt Momente, in denen ihnen lediglich Sekundenbruchteile zur Verfügung stehen, um eine Situation zu bewerten und angemessene Maßnahmen zu ergreifen. Sie sind keine Maschinen, sondern ganz normale Menschen mit Gefühlen. Es wäre angebracht, ihnen mehr Empathie entgegenzubringen, statt sie immer nur zu verurteilen.
Alle Polizisten sind wunderschön
Es ist ganz einfach: Wer alle Polizisten als Bastarde beschimpft, ist ein pauschalisierendes, ignorantes Arschloch und nicht besser als ein Nazi, der sämtliche Migranten als Sozialschmarotzer abstempelt. Deshalb sollten wir als Gesellschaft beschließen, die Bedeutung des hässlichen Akronyms neu zu definieren und in eine positive Botschaft zu verwandeln.

Im kommenden Oktober erwarte ich den Besuch meiner Mutter aus der Türkei. Ich bin mir sicher, dass sie mich nach der Bedeutung der „ACAB!“-Kunstwerke fragen wird, die unsere Nachbarschaftshäuser schmücken. Meine Antwort wird lauten: „Es ist die englische Abkürzung für 'Alle Polizisten sind wunderschön!'“. Und sie wird vermutlich erwidern: „Oh, das ist aber charmant.“
Ahmet Iscituerk
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