Adidas-Ende beim DFB: Habeck fordert „Standortpatriotismus“ und geht mit Nike-Hose und Japan-Schuhen joggen
Ein Beitrag von
Der DFB verabschiedet sich von der deutschen Traditionsmarke Adidas und läuft ab 2027 mit Nike-Trikots auf. Die Debatte über den Wechsel läuft auf Hochtouren: Herzloser Abschied von einer großen Tradition oder verständliche Entscheidung, wenn die Amerikaner deutlich mehr Geld bieten.
Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ist klar im Team der Traditionalisten in diesem Fall: „Ich kann mir das deutsche Trikot ohne die drei Streifen kaum vorstellen. Adidas und Schwarz-Rot-Gold gehörten für mich immer zusammen. Ein Stück deutscher Identität. Da hätte ich mir ein Stück mehr Standortpatriotismus gewünscht.“
Bemerkenswert: Habeck wünscht sich „Standortpatriotismus“ – läuft aber selbst mit ausländischen Marken auf, wenn er Joggen geht. Ein Foto aus dem März 2023 zeigt den Vizekanzler mit Nike-Sporthose und Schuhen vom japanischen Hersteller Asics. Die Schuhe trägt er öfter, bei der Hose variiert er auch schon einmal mit einem dänischen Modell.

Bei den Schuhen vertraut der Minister auf das Japan-Modell von Asics, die Hose stammt in diesem Fall von „Hummel“ – ein dänisches Unternehmen mit deutschen Wurzeln
DAS IST PASSIERT: Der DFB hatte am Donnerstag verkündet, nach mehr als 70 Jahren die Partnerschaft mit Adidas zu beenden. Laut Handelsblatt zahlt Nike für den Deal 100 Millionen Euro im Jahr – Adidas hatte laut Branchenkreisen knapp die Hälfte überwiesen bisher.
Lesen Sie auch: 100 Millionen Euro pro Jahr: So hat Nike die Adidas-Tradition beim DFB beendet
Habeck ist aber nicht der einzige Spitzenpolitiker, der sich einschaltet. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) sagte: „Die drei Streifen gehören natürlich zu den vier Sternen, die wir auf der Brust tragen. Der Weltmeister trägt Adidas, nicht irgendeine amerikanische Fantasiemarke. Deswegen finde ich das schon ein starkes Stück, was der DFB da macht. Ich bedauere das sehr und kann mir nicht vorstellen, dass der DFB das am Ende durchhalten kann.“
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) twitterte ein Foto von sich im Adidas-Dress. Seine Meinung zum Ausrüster-Wechsel: „Halte ich für eine Fehlentscheidung, wo Kommerz eine Tradition und ein Stück Heimat vernichtet …“
CSU-Chef Markus Söder schrieb bei Twitter: „Deutscher Fußball ist Heimat pur – und kein Spielball internationaler Konzernkämpfe. Kommerz ist nicht alles. Mehr Geradlinigkeit hätte dem DFB trotz aller wirtschaftlichen Herausforderungen gut zu Gesicht gestanden.“ Der deutsche Fußball sei immer auch „ein Stück deutsche Wirtschaftsgeschichte“ gewesen. Adidas hat seinen Sitz in Herzogenaurach im Freistaat Bayern.
Mehr NIUS:
FC Bundestag will keine AfD-Mitglieder mehr aufnehmen
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare