Angeblich Nazi-Propaganda: Palmer streicht die Feuerzangen-Bowle aus dem Kino!
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Links-Alarmisten nehmen den Film jedes Jahr aufs Neue ins Visier, Tübingens Ex-Grüner Oberbürgermeister Boris Palmer knickte jetzt vor ihnen ein: In seiner Stadt gibt's in diesem Jahr keine Feuerzangenbowle auf der Leinwand.
Grund: Immer wieder aufkochendes Nazi-Geraune um den Film.
In Tübingen und vielen anderen deutschen Städten ist es ein gemütliches Ritual: In der Weihnachtszeit läuft „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann in Kinos und Wohnzimmern. Ein tolles Stück Filmgeschichte, veröffentlicht im Jahr 1944. Ein brillanter Rühmann in der Rolle des Hans Pfeiffer, der sich als Schüler verkleidet in ein Gymnasium einschleicht, machte den Film unsterblich.
In der ARD steht er an Heiligabend auch in diesem Jahr wieder zur besten Sendezeit auf dem Programm.
Palmer beugt sich den Nazi-Schwurblern

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer verbannte den berühmten Film in diesem Jahr aus seiner Stadt.
Obwohl man dem Film beim besten Willen keine faschistische Handlung unterstellen kann, kommen seit einigen Jahren immer wieder Nazi-Vorwürfe gegen die Feuerzangenbowle hoch!
Der Vorwurf: Die Absicht der Macher sei gewesen, die Deutschen mit dem heimeligen Film zu schlimmsten Kriegszeiten moralisch bei der Stange zu halten. Deshalb dürfe man ihn heute nicht mehr gucken.
Tatsächlich wurde der Film, gedreht mitten im Dritten Reich, von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels gefördert. Angeblich soll sogar Adolf Hitler persönlich dafür gesorgt haben, dass er in die Kinos kommt. Nachdem der damalige Reichserziehungsminister die Freigabe des Films im Januar 1944 aus Sorge um die Disziplin an Schulen verhindern wollte, soll Heinz Rühmann ins Nazi-Quartier Wolfsschanze gereist sein und sich für die Veröffentlichung eingesetzt haben.
Hitler fragte: „Ist dieser Film zum Lachen?“

Szene aus „Die Feuerzangenbowle“ – Heinz Rühmann machte den Film unsterblich.
Über Hermann Göring, so die Überlieferung, sei vor Ort die Meinung Hitlers zum Film eingeholt worden. „Ist dieser Film zum Lachen?“ soll er Göring gefragt haben. Als dieser versicherte, dass er selbst mehrmals habe lachen müssen, soll der Diktator befohlen haben: „Dann ist dieser Film sofort für das deutsche Volk freizugeben.“
Es stimmt: Nazis haben den Film gesehen und gefördert, schließlich ist er in der Nazizeit entstanden. Trotzdem enthält er keinerlei Nazi-Propaganda. Heinz Rühmann als Schüler verkleidet in einer Slapstick-Komödie, harmloser geht es kaum.
Ein paar aus heutiger Sicht fragwürdige Aussagen zum Thema Disziplin sind der damaligen Zeit, nicht der Nazi-Ideologie geschuldet, räumten sogar linke Redakteure des pleitegegangenen Spiegel-Ablegers „bento“ ein.
Für linke Moralapostel ist das politische Umfeld, in dem der Film entstand, aber Grund genug, „Die Feuerzangenbowle“ in die ewige Cancel-Verbannung zu schicken. Jedes Jahr melden sich Alarmisten zu Wort, die die Ausstrahlung des Films verhindern wollen. Die Entstehungsgeschichte sei schwierig, es fehle die Einordnung. Handfeste Argumente: keine!

Viele Menschen lieben die „Feuerzangenbowle“ bis heute, freuen sich jedes Jahr darauf.
Gestrichen wegen „zwiespältiger Vorgeschichte“
In Tübingen lief „Die Feuerzangenbowle“ normalerweise immer am Freitag vor dem 3. Advent im Freiluft-Kino in der historischen Altstadt. Studenten und junge Familien liebten die Tradition ganz besonders: Während der Vorstellung wurden Feuerzangenbowle und andere Heißgetränke serviert, der Abend klang mit Schlagern von Rühmann und Hans Albers aus.
Doch in diesem Jahr strich OB Palmer den Event einfach. Offenbar beugte sich der Ex-Grüne den Nazi-Schwurblern.
Palmer sagte Bild: „Veranstalter ist der Filmhaus-Betreiber, er hatte mir gegenüber Bedenken angemeldet. Als Grund gab er die zwiespältige Vorgeschichte des Films und den derzeitigen Nahost-Konflikt an. Da habe ich gesagt, dass ich nicht auf der Feuerzangenbowle beharre.“

Boris Palmer trat am am 1. Mai dieses Jahres bei den Grünen aus.
Keine Frage: Das letzte Wort bei der Entscheidung hatte OB Boris Palmer selbst. Wenn er gewollt hätte, dass die Bürger seiner Stadt die filmische Weihnachtstradition wie jedes Jahr genießen können, wäre die Feuerzangenbowle in Tübingen – im Zweifelsfall in einem anderen Kino – gezeigt worden. Stattdessen wurde der Klassiker am Freitag durch den Marilyn-Monroe-Streifen „Manche mögen’s heiß“ ersetzt.
Palmer sagte in Bild: „Wenn die Menschen im nächsten Jahr wieder die Feuerzangenbowle haben wollen, dann bekommen sie sie auch.“
Aber nur, wenn sich keiner beschwert ...
Simone Schamann
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